24. Juni, 2024

Wirtschaft

Heidelberger Druck: Vorsichtiger Optimismus trotz Umsatzrückgang

Heidelberger Druck: Vorsichtiger Optimismus trotz Umsatzrückgang

Heidelberger Druck blickt nach einem merklichen Rückgang von Umsatz und Gewinn vorsichtig optimistisch in das neue Geschäftsjahr. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, sollen die Erlöse im laufenden Geschäftsjahr (per Ende März) auf dem Niveau des Vorjahres von knapp 2,4 Milliarden Euro verbleiben. Dabei setzt das Unternehmen darauf, dass die Weltwirtschaft sich wie prognostiziert entwickelt und wesentliche Wechselkurse stabil bleiben. Die Aktie reagierte positiv und legte deutlich zu.

Das im SDax notierte Unternehmen erwartet, dass auch der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, bereinigt um Sondereffekte, mit 7,2 Prozent auf Vorjahresniveau bleibt. Analyst Peter Rothenaicher von der Baader Bank kommentierte, die Jahresbilanz habe nach den vorab veröffentlichten Eckdaten keine Überraschungen geboten. Der Ausblick wirke allerdings durch die verbesserte Nachfrage infolge der Drupa-Messe vorsichtig optimistisch.

Dank der zahlreichen Bestellungen von der Drupa verzeichnete Heidelberger zu Beginn des neuen Geschäftsjahres eine weitere Erholung im Auftragseingang, der im ersten Quartal bei rund 650 Millionen Euro erwartet wird. Diese bedeutende Branchenmesse findet alle vier Jahre statt. Im letzten Quartal des abgeschlossenen Geschäftsjahres hatte der Konzern bereits eine deutliche Verbesserung des Auftragseingangs auf knapp 600 Millionen Euro verzeichnet, besonders durch positive Entwicklungen in Asien und China.

Um die Produktivität zu erhöhen, plant das Unternehmen, die Kurzarbeit an den deutschen Standorten im Juni zu beenden. Diese Maßnahme wurde im Januar aufgrund des sinkenden Auftragseingangs eingeführt und sollte ursprünglich bis Ende März laufen. Im abgeschlossenen Geschäftsjahr schrumpfte der Umsatz um zwei Prozent auf knapp 2,4 Milliarden Euro, und der operative Gewinn (bereinigtes Ebitda) ging ebenfalls um zwei Prozent zurück. Der Nettogewinn sank von 91 Millionen Euro auf 39 Millionen Euro, unter anderem wegen gestiegener Zinsaufwendungen für Pensionen.

Der überraschende Rücktritt des bisherigen Konzernchefs Ludwin Monz im April und die Nachfolge durch den früheren S.Oliver-Chef Jürgen Otto sorgten für zusätzliches Aufsehen. Das Unternehmen führt rund 250 Initiativen durch, um profitabler zu werden und die erheblichen Belastungen durch rückläufige Nachfrage und steigende Kosten zu kompensieren.

Maßnahmen zur Optimierung des Umlaufvermögens trugen positiv zu den liquiden Mitteln bei, sodass das Unternehmen Ende März einen freien Barmittelzufluss von 56 Millionen Euro auswies. Im Gegensatz dazu stand ein Barmittelabfluss von 54 Millionen Euro in den ersten neun Monaten des Jahres. Nach einer tiefgreifenden Krise fokussierte sich das Unternehmen auf den Verpackungsdruck und die Digitalisierung.

Zusätzlich vertreibt Heidelberger seit 2018 selbstentwickelte Wallboxen über Amazon und in Partnerschaften mit Energieversorgern. Durch die Übernahme der Ladesäulentechnologie von EnBW Ende 2021 erweiterte sich das Produktportfolio auch auf den öffentlichen Raum.