29. Februar, 2024

Wirtschaft

Heidelberger Druck spürt Flaute im dritten Quartal – Kurzarbeit angekündigt

Heidelberger Druck spürt Flaute im dritten Quartal – Kurzarbeit angekündigt

Die Heidelberger Druckmaschinen AG navigiert durch ein herausforderndes wirtschaftliches Gewässer. Wie der Vorstandsvorsitzende Ludwin Monz bekanntgab, reagiert das Traditionsunternehmen auf eine gesunkene Nachfrage im dritten Geschäftsquartal mit der Einführung von Kurzarbeit, um Kosten einzusparen. Diese Maßnahme betrifft Teile der Produktion sowie verschiedene Standorte und ist vorerst bis zum Ende des März terminiert. Monz zufolge sollte dies kurzfristige Einsparungen im einstelligen Millionenbereich zur Folge haben.

Die Börse reagierte prompt mit einer Abwertung der Aktie um 3,7 Prozent, was sie zu den schwächsten Papieren im SDax machte. Analyst Stefan Augustin von Warburg Research vermerkte, dass die vorgelegten Kennziffern zum Teil seine Erwartungen nicht erfüllten und der deutliche Rückgang bei den Auftragseingängen im dritten Quartal ein Zeichen für das anspruchsvollere Geschäftsumfeld darstellte.

Trotz des Rückgangs setzt das Unternehmen Hoffnungen auf die anstehende Branchenmesse Drupa, welche traditionell alle vier Jahre stattfindet und als impulsgebend für das Auftragsgeschäft gilt. Monz äußerte die Erwartung, dass sich die Wirtschaft bis dahin aufhellt und durch Nachfrageimpulse – möglicherweise befördert durch fallende Zinsen – wieder anzieht.

Heidelberger Druck konnte in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres seine Erlöse, unter anderem durch ein stärkeres Verpackungssegment und ein Sparprogramm, fast stabilisieren. Das Unternehmen verzeichnete einen leichten Umsatzrückgang auf knapp 1,7 Milliarden Euro im Jahresvergleich, während das bereinigte Ebitda um acht Prozent auf 135 Millionen Euro stieg, womit sich auch die Marge verbesserte. Dennoch ging der Nettogewinn aufgrund erhöhter Steuern und Zinsaufwände für Pensionen um circa ein Drittel zurück.

Heidelberger Druckmaschinen spürte im besagten Quartal auch die allgemeine Investitionszurückhaltung im deutschen Maschinen- und Anlagenbau. Der Auftragseingang fiel in den ersten neun Monaten um neun Prozent und verzeichnete im dritten Quartal fast ein Fünftel Rückgang. Um gegensteuern zu können, hat das Unternehmen Sparinitiativen identifiziert und umgesetzt mit dem Ziel, zukünftig nachhaltig positive Barmittelzuflüsse zu generieren. Dabei konzentriert sich Heidelberger Druck zunehmend auf den Verpackungsdruck und die Digitalisierung des Druckgeschäfts, sowie auf die Produktion und Vertrieb von Wallboxen für das Laden von E-Autos, die unter anderem über Plattformen wie Amazon und in Kooperation mit Energieversorgern verkauft werden.