13. April, 2024

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Handelsstopp für Country Garden inmitten einer Immobilienkrise

Handelsstopp für Country Garden inmitten einer Immobilienkrise

Ein neuer Schlag für den chinesischen Immobilienriesen: Country Garden, bis dato führend im Wohnungsbausektor Chinas nach Verkaufszahlen, sieht sich an der Börse Hongkong mit einem Handelsstopp konfrontiert. Aktien des notleidenden Konzerns können vorerst nicht mehr gehandelt werden – eine Mitteilung, die die Unternehmensführung gleich zum Börsenbeginn am Dienstag publik machte. Der Grund: eine Verzögerung bei der Offenlegung der Geschäftszahlen für das Jahr 2023, die gegen die strikten Regeln der Hongkonger Börse verstößt.

Bereits am vergangenen Donnerstag erklärte Country Garden, dass die Bilanzzahlen später veröffentlicht werden müssen. Der Konzern begründete den Verzug mit der Notwendigkeit, zusätzliche Informationen einholen zu müssen. Die finanziellen Schwierigkeiten, die Country Garden schon im Vorjahr offenbarte, als eine ausstehende Zahlung an internationale Gläubiger nicht geleistet werden konnte, scheinen sich zuzuspitzen. Dies manifestiert sich nun durch die Antragstellung eines Gläubigers auf Liquidation des Unternehmens vor dem Gericht in Hongkong. Mit dem Prozessauftakt wird Mitte Mai gerechnet.

Die Misere im Immobiliensektor belastet bereits seit geraumer Zeit die wirtschaftliche Gesamtleistung Chinas. Die heimische Bevölkerung, traditionell investitionslustig im Bereich Immobilien aufgrund limitierter Geldanlagealternativen, reagiert auf die Krise mit Vorsicht. Die Wertverluste ihrer Immobilien veranlassen viele, ihre Brieftaschen enger zu schnallen, was wiederum die Konsumlust dämpft und die ökonomischen Herausforderungen weiter verschärft.