15. Juli, 2024

Wirtschaft

Hamburg setzt Maßstäbe: Hochbahn schließt Milliarden-Deal mit Alstom

Hamburg setzt Maßstäbe: Hochbahn schließt Milliarden-Deal mit Alstom

Die Hamburger Hochbahn hat mit dem renommierten Bahntechnikkonzern Alstom einen Rahmenvertrag im Milliardenbereich geschlossen. Dieser Vertrag umfasst die Beschaffung von bis zu 374 neuen U-Bahn-Fahrzeugen sowie die Ausrüstung der neuen U5-Linie mit einem vollautomatischen Betriebssystem. Die geplanten 23 Haltestellen der U5 werden sich über eine Strecke von 25 Kilometern erstrecken. Mit einem Gesamtvolumen von bis zu 2,8 Milliarden Euro markiert dieser Deal den größten Einzelauftrag in der Geschichte der Hamburger Hochbahn.

Die neuen U-Bahn-Modelle, DT6-F und DT6-A, bieten mehr Raum und können sowohl mit als auch ohne Fahrpersonal betrieben werden. Die ersten Fahrzeuge sollen bereits im Jahr 2028 auf die Schienen kommen. Verkehrssenator Anjes Tjarks betonte, dass die neuen Züge nicht nur mehr Komfort, Platz, Service und Sicherheit bieten, sondern auch ein zeitgemäßes und attraktives Mobilitätsangebot für die Hamburger darstellen.

Robert Henrich, Chef der Hochbahn, hob hervor, dass der neue DT6 zwei wesentliche Aufgaben gleichzeitig löst: Die vollautomatische U5-Linie wird einen 90-Sekunden-Takt ermöglichen, während gleichzeitig die bestehende Fahrzeugflotte modernisiert und erweitert wird. Zunächst sollen 48 Fahrzeuge geliefert werden, darunter sieben DT6-A für den fahrerlosen Betrieb und 41 DT6-F mit Fahrzeugführern. Der erste Einsatz im Testbetrieb für die DT6-A-Modelle ist für Anfang 2028 zwischen Bramfeld und City Nord/Borgweg geplant.

Die neuen Züge sind nicht nur technisch auf dem neuesten Stand, sondern auch an das alte Netz mit engen Tunneln und historischen Brücken angepasst. Sie bestehen aus vier statt bisher drei Waggons und sind zudem mehr als zehn Zentimeter breiter als ihre Vorgänger. Dies ermöglicht eine deutliche Kapazitätserhöhung. Die vollständig aus Glas gestalteten Türen sind ein weiteres visuelles Highlight.

Verkehrssenator Tjarks bezeichnete den Vertrag als Grundlage für die zukünftige Expansion der Hamburger U-Bahn. Aktuell sind 290 Fahrzeuge im Einsatz, doch durch den neuen Vertrag könnte die Zahl der U-Bahn-Züge bis 2050 um bis zu 50 Prozent erhöht werden. Moderne Signaltechniken sollen zudem für eine effizientere Kommunikation und einen pünktlicheren Betrieb sorgen.

Müslüm Yakisan, Regionspräsident bei Alstom, nannte den Vertrag einen Meilenstein. „Mit den neuen U-Bahnen und der vollautomatischen U5-Linie setzt Hamburg ein internationales Signal für digitale und grüne Mobilität und erfüllt gleichzeitig den steigenden Mobilitätsbedarf.“