In der malerischen Stadt Baruth/Mark, südlich von Berlin, entwickelt sich aktuell ein bedeutender Umweltkonflikt. Die renommierten Unternehmen Red Bull und Rauch beabsichtigen, ihre Produktionskapazitäten zu erweitern. Diese Pläne haben jedoch die Aufmerksamkeit von Umweltaktivisten auf sich gezogen, insbesondere der Grünen Liga Brandenburg, die das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg angerufen hat. Im Kern der rechtlichen Auseinandersetzung steht der Bebauungsplan, der für die Erweiterung der Getränkeproduktionsstätten der beiden Unternehmen entscheidend ist. Der Umweltverband strebt an, die derzeit gültige Planungsverordnung vorläufig außer Kraft zu setzen, um potenzielle Umweltauswirkungen weiter zu evaluieren.
Red Bull und Rauch haben kürzlich die lokale Firma Urstromquelle aufgekauft, um deren Kapazitäten auszubauen und ein eigenes Dosenwerk zu errichten. Diese Vorhaben stoßen jedoch auf vehementen Widerstand durch Umweltschützer. Die Bedenken konzentrieren sich vor allem auf die drohende Wasserknappheit in der Region. Mit einem geplanten jährlichen Wasserverbrauch von etwa 2,5 Millionen Kubikmetern, der sowohl für die Getränkeproduktion als auch die Dosenherstellung genutzt werden soll, sehen Umweltschützer einen kritischen Punkt erreicht, der die Wasserressourcen der Umwelt und der ortsansässigen Bevölkerung erheblich belasten könnte.
Heinz-Herwig Mascher, Vorsitzender der Grünen Liga, hebt die Bedeutung einer vorsorglichen Wassernutzungsplanung hervor. Er betont, dass eine erneute und gründliche Prüfung der Trinkwasserverfügbarkeit unerlässlich ist. Dies sei besonders wichtig im Kontext des fortschreitenden Klimawandels und der damit verbundenen sinkenden Grundwasserneubildungsraten, wodurch die nachhaltige Versorgung der Bevölkerung sichergestellt werden müsse.
Die betroffenen Unternehmen, Red Bull und Rauch, argumentieren hingegen, dass der Wasserverbrauch nicht über die bisherigen Mengen der Urstromquelle hinaus erhöht werden soll. Sie berufen sich zudem auf Unterstützung durch das Bundesumweltministerium, das versichert hat, dass das Land Brandenburg eine strikte Überprüfung des Wasserverbrauchs vornehmen wird. Zudem versprechen die Erweiterungspläne eine signifikante Steigerung der Beschäftigungsmöglichkeiten, mit einer geplanten Verdopplung der Arbeitnehmerzahl, was für die Gemeinde wirtschaftliche Vorteile mit sich bringen könnte.
Der aktuelle Disput um die Ressourcennutzung ist nicht unüblich für die Region und erinnert an das Beispiel des Tesla-Werks in Grünheide. Dort war die Wassernutzung ebenfalls umstritten. Nach dem Umweltbericht von Tesla ist eine Nutzung von bis zu 1,8 Millionen Kubikmetern Wasser pro Jahr vorgesehen, was bei Umweltschützern ähnliche Bedenken ausgelöst hat. Solche Fälle verdeutlichen den Balanceakt zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und Umweltschutz und unterstreichen die Komplexität moderner Industrieprojekte, insbesondere in den ressourcenempfindlichen Bereichen.