17. Juli, 2024

Märkte

Großbritannien strebt engere Handelsbeziehungen zur EU an, ohne Brexit-Rückkehr

Großbritannien strebt engere Handelsbeziehungen zur EU an, ohne Brexit-Rückkehr

Die neue britische Regierung unterstreicht ihre Absicht, in Handelsfragen enger mit der Europäischen Union zusammenzuarbeiten, schließt jedoch eine Umkehr des Brexits kategorisch aus. Handelsminister Jonathan Reynolds betonte gegenüber Sky News, dass Großbritannien und die EU beispielsweise dieselben Lebensmittelstandards teilen. "Wenn wir mehr Whisky und Lachs auf einem für uns so wichtigen Markt verkaufen können, dann sollten wir solche Möglichkeiten ausloten," erklärte Reynolds.

Der Politiker der sozialdemokratischen Labour-Partei machte die konservative Vorgängerregierung für die bestehenden Handelsprobleme verantwortlich. "Um ehrlich zu sein, liegt es sehr im nationalen Interesse Großbritanniens, eine Beziehung zu Europa aufzubauen, die nicht von der internen Politik der Konservativen Partei bestimmt wird," so Reynolds. EU-Diplomaten und Vertreter der deutschen Wirtschaft hatten die Unnachgiebigkeit der abgewählten Regierung scharf kritisiert.

Reynolds deutete an, dass "vernünftige, pragmatische" Lösungen gefunden werden könnten, etwa bei der gegenseitigen Anerkennung beruflicher Qualifikationen oder bei Visaregelungen für Künstler und Musiker. Es mache Sinn, solche Hürden aus dem Weg zu räumen.

Eine Rückkehr in die EU bleibt allerdings tabu. "Wir sind nicht offen für die Freizügigkeit von Personen, das ist Teil einer EU-Mitgliedschaft, und das werden wir nicht wieder aufgreifen," stellte Reynolds klar. Eine enge Zusammenarbeit sei jedoch im gegenseitigen Interesse der EU und des Vereinigten Königreichs. Seit dem Brexit-Ende im Januar 2020 und dem darauffolgenden Austritt aus der EU-Zollunion und dem Binnenmarkt im Jahr 2021 gibt es trotz eines Freihandelsabkommens immer noch erhebliche Hürden im bilateralen Warenaustausch.