Kostendiziplin und Produkte schlagen Analystenerwartungen deutlich
Die Schweizer Bank Vontobel hat die Finanzmärkte im Geschäftsjahr 2025 mit einem unerwartet deutlichen Gewinnsprung überrascht. Entgegen dem Marktkonsens präsentiert das Institut robuste Zahlen.
Während Analysten in internen Erhebungen im Schnitt mit einem Rückgang auf 242 Millionen Franken gerechnet hatten, konnte Vontobel das Ergebnis um fünf Prozent auf 280 Millionen Franken steigern.
Haupttreiber für diese positive Entwicklung waren strikte Kostensenkungen sowie ein ausserordentlich florierendes Geschäft mit strukturierten Produkten, das die Ertragsseite stabilisierte.
Die operative Effizienz nähert sich dem strategischen Zielkorridor an
Das Management hat bei der Kostenstruktur messbare Erfolge erzielt. Der sogenannte Cost-Income-Ratio, eine der wichtigsten Kennziffern für die operative Effizienz, verbesserte sich spürbar.
Lag das Verhältnis von Aufwand zu Ertrag im Vorjahr noch bei 74,7 Prozent, so drückte die Bank diesen Wert nun auf 74,2 Prozent.
Damit nähert sich das Geldhaus schrittweise dem selbstgesteckten Zielwert von unter 72 Prozent, was auf eine greifende Skalierung der internen Prozesse hindeutet.
Massive Abflüsse bei Großkunden belasten die interne Struktur
Trotz der Gewinnsteigerung offenbart die Bilanz eine bedenkliche Spaltung der Kundenbasis. Zwar konnte Vontobel unter dem Strich Neugelder in Höhe von 4,2 Milliarden Franken einsammeln, doch die Herkunft der Mittel ist einseitig.
Während vermögende Privatkunden dem Institut vertrauen und 5,8 Milliarden Franken neues Kapital einbrachten, wenden sich professionelle Investoren ab.
Im Bereich Institutional Clients, der Fonds und Pensionskassen umfasst, zogen Kunden massive 1,6 Milliarden Franken ab – ein Warnsignal für das institutionelle Geschäft.

