17. Juli, 2024

Wirtschaft

Gerichtsurteil in Russland: Volkswagen zu Millionenstrafe verurteilt

Gerichtsurteil in Russland: Volkswagen zu Millionenstrafe verurteilt

Die juristischen Turbulenzen in Russland nehmen für Volkswagen Fahrt auf. Ein Gericht in Nischni Nowgorod hat Europas größten Autobauer zur Zahlung von 16,9 Milliarden Rubel, umgerechnet etwa 177 Millionen Euro, an den ehemaligen Fertigungspartner Gaz verurteilt. Der Prozess entwickelte sich infolge der Beendigung der Partnerschaft, nachdem Volkswagen sich aufgrund von Sanktionen, die die USA im Mai 2022 verhängten, aus Russland zurückzog. Die Klage, die im Januar 2023 eingereicht wurde, gipfelte nun in einem Urteil, das allerdings noch nicht rechtskräftig ist.

Volkswagen bestätigte diese Entscheidung und betonte, dass die Urteilsbegründung noch ausstehe. "Wir werden die Urteilsgründe prüfen und bewerten, um zu entscheiden, welche weiteren rechtlichen Schritte wir ergreifen", so ein Konzernsprecher. Gaz machte mit der Klage geltend, dass der Rückzug von Volkswagen aus der Co-Fertigung, bei der Modelle der VW-Kernmarke und der tschechischen Tochter Skoda montiert wurden, erhebliche Schäden verursachte.

Der Rückzug von Volkswagen aus der russischen Produktion erfolgte in zwei Schritten. Bereits im März 2022, kurz nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine, stellte VW die Produktion in den eigenen Werken, darunter auch die Anlage in Kaluga, ein. Der Export von Fahrzeugen in das Land wurde für alle Konzernmarken gestoppt. Schließlich verkaufte VW das Werk in Kaluga im Mai 2023 an die Handelsgruppe Avilon, woraufhin Gaz eine von zwei Schadenersatzklagen zurückzog.

Gaz war einst bekannt für die Produktion der ikonischen Wolga-Limousinen, die auch in der DDR als Taxis weit verbreitet waren. Die verbleibende Klage in Nischni Nowgorod, bei der ursprünglich 28,5 Milliarden Rubel gefordert wurden, hat das Gericht nun teilweise stattgegeben, indem es Gaz 16,9 Milliarden Rubel zusprach und alle übrigen Ansprüche zurückwies.