24. Mai, 2024

Wirtschaft

Generalstreik legt Argentinien lahm: Widerstand gegen Sparpolitik

Generalstreik legt Argentinien lahm: Widerstand gegen Sparpolitik

Argentinien befindet sich inmitten eines tiefgreifenden Arbeitskampfes. Die großen Gewerkschaften des Landes haben einen Generalstreik ausgerufen, um gegen die strenge Austeritätspolitik der Regierung zu protestieren. Unter der Führung des bekennend ultraliberalen Präsidenten Javier Milei erlebt das Land einen beispiellosen Stillstand. Für einen kompletten Tag stehen öffentliche Verkehrsmittel – von Zügen über Busse bis hin zu U-Bahnen und Flugzeugen – still. Die Streikwellen erreichen ebenso kritische Sektoren wie Banken, Einzelhandelsketten, Bildungseinrichtungen, das Transportwesen sowie die Müllabfuhr und die Post.

Die ökonomische Lage Argentiniens ist prekär. Eine astronomische Inflationsrate von über 280 Prozent gibt Anlass zur Sorge, und eine drohende Rezession verschärft die Situation. Als zweitgrößte Volkswirtschaft Südamerikas kämpft das Land gegen eine Vielzahl von ökonomischen Herausforderungen an: Ein überdimensionierter Staatsapparat, mangelnde Industrieproduktivität und eine weit verbreitete Schattenwirtschaft resultieren in empfindlichen Verlusten von Steuereinnahmen für den Staat.

In einem rigorosen Ansatz hat sich Präsident Milei zum Ziel gesetzt, das Blatt zu wenden, indem er umfangreiche Einsparungen vornimmt. Tausende Stellen im öffentlichen Sektor wurden eingespart, Subventionen gestutzt und Sozialinitiativen zurückgefahren. Der jetzt stattfindende Generalstreik bildet eine direkte Reaktion auf diese Maßnahmen. Insbesondere steht eine kontroverse Arbeitsrechtsreform im Fokus der Auseinandersetzung, über die der Senat derzeit berät.

Das starke Signal der argentinischen Belegschaft zeigt die tiefe Verwurzelung des Unmuts gegenüber der Sparpolitik Mileis und die Bereitschaft der Arbeiterbewegung, ihre Interessen nachdrücklich zu verteidigen.