29. Februar, 2024

Politik

Geleitschutz im Krisenmeer: EU bereitet Marineoperation im Nahen Osten vor

Geleitschutz im Krisenmeer: EU bereitet Marineoperation im Nahen Osten vor

In einer strategisch entscheidenden Wendung plant die Europäische Union einen Marineeinsatz im Nahen Osten, der neben dem Schutz von Handelsschiffen im Roten Meer und im Golf von Aden auch die Gewässer rund um den Iran – also die Straße von Hormus sowie den Persischen Golf und den Golf von Oman – umfasst. Angesichts der Bedeutung dieser Wasserstraßen für den globalen Ölexport ist dies eine bedeutende Sicherheitsmaßnahme.

Europäische Kriegsschiffe stehen kurz davor, innerhalb der Mission Aspides für Sicherheit zu sorgen und Handelsschiffe vor Gefahren in der Region zu schützen, die durch zunehmende Spannungen insbesondere mit der iranischen Marine gekennzeichnet ist. Ereignisse wie die Festsetzung eines Öltankers der griechischen Reederei Empire Navigation durch die iranischen Kräfte im Januar dieses Jahres und anhaltende Vorwürfe der USA gegenüber Teheran, die Schiffspassage zu stören, haben die Dringlichkeit dieser Maßnahmen verstärkt.

Die geopolitischen Konflikte wirken sich bereits gravierend auf die internationalen Handelsrouten aus. Große Reedereien vermeiden vermehrt die zeit- und kosteneffiziente Durchfahrt durch das Rote Meer und den Suezkanal. Eine spürbare Destabilisierung des Seehandels zwischen Asien und Europa ist die Folge, was weltweite ökonomische Auswirkungen nach sich zieht.

Die europäische Operation zielt vorrangig auf den Schutz der Handelsschiffe vor Übergriffen durch die Huthi-Miliz aus Jemen, die durch maritime Attacken Druck auf das Ende israelischer Militäraktionen ausüben möchte. Mit besonnenem Vorgehen unterstreicht die EU ihre Strategie, Schiffe lediglich zu begleiten und im Einklang mit internationalem Recht Schutz zu bieten, während sie die Notwendigkeit und die Verhältnismäßigkeit ihrer Aktionen betont.

Die Bundeswehr trägt zur bevorstehenden Mission bei und hat die Fregatte "Hessen" bereits entsendet. Das Kriegsschiff, gestärkt durch seine Besatzung von etwa 250 Soldaten, ist hochgerüstet mit Verteidigungssystemen und auf die Begleitung sowie Kontrolle des Seeraums ausgelegt. Fregattenkapitän Volker Kübsch sieht in dem bevorstehenden Einsatz einen weiteren herausfordernden Test für Schiff und Crew, angesichts der direkten Gefahren durch die vielfältige Waffenpräsenz in der Region.

Die EU-Einsatzplanung umfasst über die Seekräfte hinaus den Einsatz luftbasierter Systeme und nachrichtendienstlicher Kapazitäten. Der Satellitenbetrieb des EU-Satellitenzentrums Satcen und das Lagezentrum Intcen sollen wertvolle Unterstützung liefern. Die endgültige Entscheidung über den Beginn der Mission, die zunächst auf ein Jahr begrenzt ist, wird für ein EU-Außenministertreffen in Brüssel erwartet, das spätestens am 19. Februar stattfinden soll.