27. Mai, 2024

Wirtschaft

Geburtenkrise als globale Herausforderung – Südkorea setzt auf Baby-Prämie

Geburtenkrise als globale Herausforderung – Südkorea setzt auf Baby-Prämie

Inmitten einer sich verschärfenden globalen Fruchtbarkeitskrise wächst die Sorge um mögliche Antworten auf den drohenden demografischen Wandel. Eine schrumpfende Weltbevölkerung könnte kurzfristig noch tragbar erscheinen, langfristig sind jedoch die Konsequenzen einer annähernden Nullwachstumsrate bedenklich. Nicht wenige Bürgerinnen und Bürger befürchten den Verlust geopolitischer Einflussnahme ihrer Heimatländer durch Bevölkerungsschrumpfung. Hinzu kommt, dass in vielen Ländern Staatsverschuldungen bestehen, deren Tilgung eine starke junge Generation verlangt – einhergehend mit steuerlicher Leistungsfähigkeit und der Finanzierung von Renten.

Maßnahmen sind von staatlicher Seite gefragt und einige Nationen gehen bereits in die Offensive. Südkorea, das Land mit der derzeit niedrigsten totalen Fertilitätsrate weltweit, hat sich auf eine geradezu radikale Lösung besonnen: Baby-Prämien von 100 Millionen Won pro Kind, umgerechnet rund 70.000 US-Dollar. Um den Stellenwert dieses Betrags zu veranschaulichen – er entspricht in etwa dem Doppelten des südkoreanischen Pro-Kopf-Einkommens. Kalkuliert an den aktuellen Geburtenraten, würde dieses Förderprogramm jährlich mehr als 16 Milliarden Dollar verschlingen; sollte die Maßnahme erfolgreich sein, könnten die Kosten weiter steigen.