21. Juni, 2024

Politik

G7-Staaten erwägen Vorgehen gegen Chinas Handelspraktiken

G7-Staaten erwägen Vorgehen gegen Chinas Handelspraktiken

In der weltwirtschaftlichen Arena zeichnet sich ein neues Kapitel im Dialog mit der Volksrepublik China ab. Die Gruppe der sieben führenden demokratischen Industrienationen (G7) hat auf ihrem letzten Treffen deutlich gemacht, dass sie eine geschlossene Front gegen die als marktfern kritisierten Handelspraktiken Chinas aufbauen könnte. Dies verkündeten sie in ihrer Abschlusserklärung nach intensiven Beratungen der Finanzminister in Norditalien.

Im Vordergrund der Bedenken steht die Sorge um die schwindende wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit der eigenen Industrien im Angesicht von Chinas Exportstrategien. Besonders die Überflutung des Marktes mit günstigen chinesischen Produkten sei ein Angriff auf die wettbewerblichen Grundlagen, die in der WTO verankert sind. Um dem entgegenzuwirken, gedenkt die G7 entsprechende Schritte zu prüfen, die jedoch im Einklang mit den internationalen Handelsregeln stehen sollen.

Ein kritischer Punkt ist dabei die deutliche staatliche Förderung, die chinesischen Unternehmen gewährt wird. Dieser Subventionspolitik sehen sich derzeit insbesondere die Vereinigten Staaten und die Europäische Union ausgesetzt, die beide bereits mit Untersuchungen und Maßnahmen – darunter die Verhängung von Sonderzöllen durch die USA auf Elektroauto-Importe – auf Pekings Vorgehen reagieren. Die Risiken einer Eskalation sind jedoch präsent; die chinesische Handelskammer in Brüssel signalisierte bereits die Möglichkeit von Gegenmaßnahmen, welche insbesondere die westliche Automobilindustrie treffen könnten.

Die Warnung vor einem potenziellen Handelskrieg kam unter anderem von Bundesfinanzminister Christian Lindner, der eine abgewogene Haltung in dieser Frage anmahnt. Obwohl unfaire Praktiken durchaus eine Antwort erfordern, dürfe das übergeordnete Ziel des freien und fairen Welthandels nicht aus den Augen verloren werden.

Die Entwicklung und eventuelle Umsetzung von Gegenmaßnahmen wird in den kommenden Wochen und Monaten Werk von kontinuierlichen Beobachtungen und Diskussionen sein, die den strategischen Dialog mit China enorm prägen dürften.