Nach zweiwöchiger Präsenz einer Protestaktion auf dem Campus der University of Wisconsin-Milwaukee (UWM) wurde eine Einigung zwischen Universitätsleitung und Demonstranten erzielt. Wie die Hochschule mitteilte, wird das pro-palästinensische Lager, das als letztes seiner Art auf den Universitätsgeländen in Wisconsin verblieb, bis Dienstag abgebaut.
Die Universitätsverwaltung hatte es zuvor vermieden, polizeiliche Maßnahmen gegen die Besatzung eines Rasenstücks zwischen dem Mitchell-Hall-Gebäude und einer stark frequentierten Straße am südlichen Rand des Campus zu ergreifen. Diese Vorgehensweise unterschied sich von der Universität Wisconsin-Madison, wo das Verwaltungspersonal Anfang Mai noch die Polizei zur Räumung heranzog, nachdem Gespräche gescheitert waren. Später erreichte man auch dort eine gütliche Einigung, sodass das Lager freiwillig vor den Abschlussfeierlichkeiten abgebaut wurde.
Kanzler Mark Mone von der UWM betonte vergangenen Mittwoch, dass seitens der Universität großes Maß an Geduld und Zurückhaltung geübt wurde, wies jedoch auch darauf hin, dass diese Geduld sich dem Ende zuneigte und mögliche Aktionen der Universität angekündigt wurden.
Gemäß der getroffenen Vereinbarung mit den Demonstranten, die sich als 'UWM Popular University for Palestine Coalition' bezeichnen, verpflichtet sich die Universität, die Forderungen nach einem Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas zu unterstützen, die Zerstörungen von Bildungseinrichtungen in Gaza durch israelische Streitkräfte zu verurteilen und Gespräche mit den Protestführern über deren Bedenken bezüglich der Universitätsinvestitionen aufzunehmen.
Außerdem hat sich die UWM bereiterklärt, auf den Water Council – ein Konsortium von Wassertechnologie-Unternehmen in Milwaukee – einzuwirken, die Beziehungen zu den von der israelischen Regierung geführten Organisationen, Mekorot und die Israel Innovation Authority, zu kappen. Herr Mone ist der Schatzmeister des Vorstands des Water Council.
Als Gegenleistung vereinbarten die Protestierenden, das Lager beginnend am Sonntag bis Dienstag abzubauen und die bevorstehenden Abschlusszeremonien der Universität am Sonntag nicht zu stören.
Die Protestbewegung zeigte sich in einer Stellungnahme einverstanden mit der Vereinbarung: 'Nach harten Verhandlungen und sorgfältiger Prüfung seitens der Koalition, sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir alle möglichen Vorteile aus dem Lager gezogen haben', so die Verlautbarung.