19. Mai, 2024

Wirtschaft

Frauenanteil in DAX-Aufsichtsräten erreicht Rekordhoch

Frauenanteil in DAX-Aufsichtsräten erreicht Rekordhoch

Die Schritte zur Gleichberechtigung machen sich bezahlt: Laut aktueller Studie von Russell Reynolds Associates wurde im laufenden Jahr ein neuer Meilenstein erreicht – der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der DAX-Unternehmen hat mit über 40 Prozent ein Allzeithoch verzeichnet. Trotzdem bleiben Spitzenpositionen innerhalb dieser Gremien für Frauen eher die Ausnahme als die Regel.

Ein Rückblick auf die vorherige Erhebung zeigt einen Anstieg von 38,6 auf über 40 Prozent an weiblichen Mitgliedern in den Kontrollgremien. Seit 2016 gilt für die Aufsichtsräte von börsennotierten und gleichberechtigt mitbestimmten Konzernen die Vorschrift einer Frauenquote von 30 Prozent – eine Hürde, die von der Mehrzahl der DAX-Unternehmen mittlerweile souverän genommen wird. Deutschland belegt hinsichtlich der Frauenquote in Aufsichtsräten europaweit den siebten Platz, während Frankreich mit einem Frauenanteil von etwa 46 Prozent die Spitzenposition hält.

Das Beratungsunternehmen hebt hervor, dass im zweiten Jahr hintereinander mehr Frauen als Männer neu in die Aufsichtsräte gewählt wurden. In vier Unternehmen – Vonovia, Beiersdorf, Hannover Rück und Zalando – stellen Frauen bereits die Mehrheit dar. Bei Bayer, Commerzbank und Covestro ist das Geschlechterverhältnis ausgeglichen. Von den 40 untersuchten Konzernen können 24 einen Frauenanteil von über 40 Prozent vorweisen.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Führung von Aufsichtsratsausschüssen: Hier sind Frauen mit einer Quote von 20 Prozent an der Spitze vertreten. Zudem zeigt die Studie, dass der Bereich Nachhaltigkeit, der in der Wirtschaft und Politik als "weiches" Thema gilt, in 50 Prozent der DAX-Aufsichtsräte von Fachleuten besetzt ist, wobei drei Viertel dieser Positionen von Frauen innegehalten werden.

Die Übernahme eines Mandats im DAX-Aufsichtsrat erweist sich für beide Geschlechter als finanziell attraktiv. Für das Geschäftsjahr 2023 beläuft sich das durchschnittliche Honorar laut Russell Reynolds auf 200 000 Euro, was einer Steigerung von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Russell Reynolds, ein Spezialist für die Suche und Beratung von Führungskräften, operiert global mit Hauptsitz in den USA und ist in 47 Ländern vertreten.