19. Mai, 2024

Wirtschaft

Fraport im Aufwind: Trotz Streiks und Unwetter ein lukratives erstes Quartal

Fraport im Aufwind: Trotz Streiks und Unwetter ein lukratives erstes Quartal

In einer für die Reisebranche traditionell schwierigen Phase überrascht Fraport mit positiver Bilanz: Der Flughafenbetreiber aus Frankfurt meldet für das erste Quartal einen Nettogewinn von 16 Millionen Euro, eine deutliche Erholung von dem fast 22 Millionen Euro Verlust des Vorjahreszeitraums. Vorstandsvorsitzender Stefan Schulte sieht das Unternehmen damit auf Kurs, die gesetzten Jahresziele zu erreichen. Diese überraschende Trendwende war jedoch an der Börse nur von kurzer Freude getragen; nach anfänglichen Kursgewinnen rutschte die Fraport-Aktie am Mittag um 0,4 Prozent ins Minus und befindet sich mit einem Gesamtjahresverlust von 13 Prozent im MDax im hinteren Feld.

Die Anfangsmonate des Jahres waren für den Konzern nicht ohne Herausforderungen: Wetterwidrigkeiten und Streiks, die unter anderem die Lufthansa und Personal an den Passagierkontrollstationen betrafen, beeinträchtigten den Betrieb. Nichtsdestotrotz verzeichnete der Frankfurter Flughafen einen Zuwachs auf 12,5 Millionen Fluggäste – ein Wachstum von über 10 Prozent. Streiks und Schlechtwetterbedingungen hinderten den Konzern jedoch daran, weitere 600.000 Passagiere zu begrüßen.

Zusätzlich zu erhöhten Flughafengebühren profitierte Fraport von starken Ergebnissen seiner internationalen Standorte, insbesondere in Urlaubsregionen wie in der Türkei und Griechenland, wo die Passagierzahlen die Vor-Corona-Werte bereits überschreiten. Der Umsatz des Konzerns stieg im ersten Quartal um beeindruckende 16 Prozent auf etwa 890 Millionen Euro an, und das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verbesserte sich um ein Drittel auf nahezu 213 Millionen Euro.

Bezüglich des Jahresausblicks bleibt Stefan Schulte optimistisch, auch wenn das Rekordniveau von über 70 Millionen Passagieren vorerst unerreicht bleibt: Für Frankfurt prognostiziert er 61 bis 65 Millionen Reisende im Jahr 2023. Besonders starke Impulse setzt er auf das Auslandsgeschäft, das den operativen Konzerngewinn (Ebitda) auf 1,26 bis 1,36 Milliarden Euro treiben soll.

Im April meldete der Frankfurter Flughafen einen leichten Anstieg der Passagierzahlen auf etwa 5,1 Millionen, dennoch 16 Prozent unterhalb des Verkehrs vor der Pandemie, womit der Rückstand zum Spitzenjahr 2019 sich erneut vergrößerte.