23. Juni, 2024

Wirtschaft

Fragmentierung der Weltwirtschaft: Globale Handelsrouten im Wandel

Fragmentierung der Weltwirtschaft: Globale Handelsrouten im Wandel

Eine Ära geht zu Ende: Die globale Landschaft des Freihandels, die auf festen, regelbasierten Säulen stand, zeigt Risse. Die USA, lange Zeit Pioniere und Verfechter grenzenloser Handelsströme, zogen sich bereits unter der Administration von Donald Trump schrittweise zurück. Mit den neuerlichen Entwicklungen durch den Konflikt in der Ukraine verstärkt sich in Europa der Ruf nach einer Neuorientierung der Handelspolitik, insbesondere im Bezug auf China. Vor dem Hintergrund eines möglichen gewaltsamen Konflikts über Taiwan, mehrt sich der Wunsch, die Produktion von Waren, die bisher in China gefertigt wurden, wieder nach Europa zu holen.

Diese geopolitische Zäsur kündigt eine Zeitenwende an: Statt einem homogenen globalen Markt könnten bald drei große, weitestgehend autarke Wirtschaftsräume - bestehend aus den USA, Europa und China - dominieren. Diese potentielle Neueinteilung der Weltwirtschaft hat weitreichende Folgen. Für deutsche Unternehmen würde diese Veränderung nicht nur eine Verkleinerung der Absatzmärkte bedeuten, sondern auch eine Verteuerung der Produktionsbedingungen. Diese Effekte könnten schlussendlich beim Verbraucher in Form von Preissteigerungen und beim Arbeitnehmer durch einen Verlust von Arbeitsplätzen spürbar werden.