20. Juni, 2024

Wirtschaft

Fortschritt im Tarifstreit: Mehr Erholung für Beschäftigte im NRW-Nahverkehr

Fortschritt im Tarifstreit: Mehr Erholung für Beschäftigte im NRW-Nahverkehr

Nach intensiven Auseinandersetzungen und wiederholten Streikaktionen steht die Erleichterung für rund 30.000 Beschäftigte in den kommunalen Verkehrsbetrieben in Nordrhein-Westfalen an. Die Gewerkschaft Verdi verkündete einen Durchbruch: In einer Urabstimmung befürworteten ihre Mitglieder das ausgehandelte Tarifergebnis, welches auf einer vorausgehenden Schlichtungsempfehlung basiert. Die Tarifkommission von Verdi NRW sowie der kommunale Arbeitgeberverband KAV NW hatten zuvor Zustimmung signalisiert.

Das Tarifpaket offeriert den Beschäftigten je nach Laufzeit des Vertrags bis zu vier Entlastungstage, wobei zwei freie Tage bereits in diesem Jahr für alle gelten sollen. In den Jahren 2025 und 2026 ist jeweils ein weiterer Entlastungstag vorgesehen. Zusätzlich ist eine schrittweise Erhöhung der Jahressonderzahlung auf 100 Prozent als auch eine Anpassung der Zeitzuschläge festgelegt.

Verdi-Verhandlungsführer Heinz Rech hob die Bedeutung der Vereinbarung hervor und betonte die umfassende Erleichterung, die ohne Ausschluss einzelner Arbeitnehmergruppen erreicht wurde. Die Notwendigkeit für solch ein Ergebnis sei angesichts der Streikbemühungen und der allgemeinen Belastungssituation unübersehbar.

Vorangegangen waren mehrere Streiks in NRW, die sich negativ auf den öffentlichen Nahverkehr auswirkten. So standen Verkehrsbetriebe wie die KVB in Köln, die Rheinbahn in Düsseldorf, DSW21 in Dortmund sowie die Stadtwerke Münster im Fokus der Arbeitskampfmaßnahmen. Lediglich ASEAG in Aachen bildet eine Ausnahme, da hier ein eigener Haustarifvertrag gilt.

Schließlich gipfelten die Differenzen in einer Urabstimmung über unbefristete Streiks, die unter den Gewerkschaftsmitgliedern gewichtige Zustimmung fand. Eine Annäherung erfolgte mit einem verbesserten Angebot der Arbeitgeber, was die zusätzlichen freien Tage einschloss, und mündete in das jetzige Ergebnis, nachdem auch die vierte Verhandlungsrunde zunächst stagnierte. Ohne die Bereitschaft zum Schlichtungsverfahren hätten die Pendler womöglich mit weiteren Streiks rechnen müssen.