15. März, 2026

Technologie

Forderung nach mehr staatlicher Unterstützung für die deutsche Spielebranche

Forderung nach mehr staatlicher Unterstützung für die deutsche Spielebranche

Die deutschen Entwickler von Video- und Computerspielen stehen im globalen Wettbewerb unter Druck und appellieren eindringlich an die Bundesregierung, die Förderung zu intensivieren. Felix Falk, Geschäftsführer des Branchenverbandes Game, rief in der Hauptstadt zu entschlossenem und schnellem Handeln auf. Im Fokus seiner Kritik stehen die zusätzlichen 33 Millionen Euro an Fördermitteln, die vom Haushaltsausschuss des Bundestags für das Jahr 2024 zugesagt, aber überraschend nicht dem Bundeswirtschaftsministerium, sondern einem separaten Etat der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM), Claudia Roth, zugewiesen wurden.

Die Spielentwickler stehen derzeit im Ungewissen, da noch keine Richtlinien für die Beantragung des Fördergeldes veröffentlicht wurden. Falk beklagt, dass die Betriebe angesichts des Fehlens dieser Informationen und einer bereits seit einem halben Jahr andauernden Wartezeit in ihrer prekären Lage keine Unterstützung erfahren: "Das ist nicht nachvollziehbar."

Eine Studie von Pwc, herausgegeben im Dezember, legt dar, dass deutsche Games-Unternehmen im internationalen Vergleich deutlich weniger staatliche Unterstützung erhalten – weniger als ein Viertel dessen, was beispielsweise französische Wettbewerber bekommen. Dieser Mangel an adäquater Förderung beeinträchtigt laut der Studie die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Branche. Das vorhandene Förderprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums wird zwar begrüßt, dessen Budget von 70 Millionen Euro 2023 wird für 2024 jedoch auf etwa 50 Millionen Euro gekürzt. Das für dieses Jahr zugewiesene Budget ist bereits vollständig verplant, und angesichts der enormen Nachfrage sah sich das Ministerium im Mai 2023 gezwungen, einen Förderstopp zu erlassen. Der Versuch des Game-Verbandes, das jährliche Fördervolumen auf 125 Millionen Euro anzuheben, blieb erfolglos.

Neue Förderanträge könnten erst im Januar 2025 beim Wirtschaftsministerium gestellt werden, was nach Falks Ansicht die Betriebe für anderthalb Jahre auf ein international nicht wettbewerbsfähiges Niveau zurückwirft. Angesichts der Dynamik des Marktes und der um 30 Prozent höheren Kosten in Deutschland verglichen mit besser unterstützten Standorten, fordert Falk vergleichbare und kalkulierbare Rahmenbedingungen.

Der Sonderetopf von 33 Millionen Euro, verwaltet durch die Kultur- und Medienbeauftragte Roth, sollte eigentlich die Sorgen der Branche mildern, doch eine Lösung ist bislang noch nicht in Sicht. Laut Falk müssten das Bundeswirtschaftsministerium und die Kultur- und Medienbeauftragte eine schnellere Abstimmung finden. Während die BKM-Sprecherin von laufenden Abstimmungen spricht, sind die Entwickler weiterhin in Ungewissheit.

In der deutschen Spieleindustrie, die bei Entwicklern und Publishern etwa 12.000 Arbeitsplätze bietet, finden sich namhafte Unternehmen wie die Deutschlandtochter von Ubisoft mit Spielen wie "Anno 1800" und Firmen wie Crytek ("Hunt: Showdown") oder Deck13 ("Atlas Fallen"), die aus Frankfurt stammen. Aus Berlin kommen "June's Journey" von Wooga und "Goodgame Empire" von Goodgame Studios, die sich beide durch ihre Rätsel- und Strategieelemente auszeichnen.