22. Februar, 2024

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Ford setzt auf kleinere E-Modelle und effektive Kostenstrategien

Ford setzt auf kleinere E-Modelle und effektive Kostenstrategien

In einem jüngst verkündeten Strategiewechsel plant der US-amerikanische Fahrzeughersteller Ford, die Investitionen in die Entwicklung kleinerer Elektroautos zu intensivieren, während der Fokus auf größere Modelle vermindert wird. Die Anpassung folgt der Erkenntnis, dass Elektroauto-Interessenten nicht bereit sind, einen hohen Preisaufschlag zu zahlen, und könnte die gesamte Branche prägen, betonte Ford-CEO Jim Farley. Gleichzeitig bestärkte er die unumgängliche Notwendigkeit des Wechsels zu Elektromobilität für das Unternehmen.

Ford korrigiert die Ausrichtung nach der pandemiebedingten, scheinbar überhitzten Nachfrage nach E-Fahrzeugen und visiert nun eine stärkere Übereinstimmung der Investitionen mit dem realen Kundeninteresse an. Als zukünftige Hauptkonkurrenten sind besonders das kostengünstige Modell des Elektroautobauers Tesla und die Angebote chinesischer Produzenten auf dem Radar, wenn diese wie geplant Ende 2025 die Produktion aufnehmen.

Zugleich plant Ford, durch den Verzicht auf weniger gefragte Ausstattungsmerkmale die Kosten weiter zu optimieren. Ein prägnantes Beispiel für potentielle Einsparungen ist die wenig genutzte Einparkautomatik. Durch den Wegfall dieser Funktion könnten 60 US-Dollar pro Fahrzeug eingespart werden, was jährlich rund 10 Millionen US-Dollar entspricht.

Obwohl die Sparte für Elektroautos im vergangenen Quartal einen operativen Verlust von 1,57 Milliarden US-Dollar zu verkraften hatte, erwirtschaftete das Segment der Nutzfahrzeuge einen beachtlichen operativen Gewinn von 1,8 Milliarden US-Dollar. Die Verbrenner- und Hybridfahrzeuge von Ford bleiben weiterhin profitabel und brachten 813 Millionen US-Dollar ein.

Die Hybridtechnologie hat sich zunehmend als Umsatztreiber für den US-Autokonzern erwiesen, vor allem durch ihr günstigeres Preisgefüge im Vergleich zu reinen Elektrofahrzeugen. Nichtsdestotrotz steigt auch die Nachfrage nach elektrischen Nutzfahrzeugen an.

Trotz eines Nettoverlustes von 526 Millionen US-Dollar im vergangenen Quartal – im Gegensatz zum Vorjahresgewinn von etwa 1,3 Milliarden US-Dollar – konnte Ford den Umsatz um 2 Milliarden US-Dollar auf 46 Milliarden US-Dollar steigern und übertraf damit die Markterwartungen. Die positiven Resultate, verstärkt durch ein Umsatzwachstum, ließen die Ford-Aktie im nachbörslichen Handel um etwa sechs Prozent ansteigen.