28. Februar, 2024

Wirtschaft

Fluggastklagen erreichen Rekordhoch an deutschen Flughäfen

Fluggastklagen erreichen Rekordhoch an deutschen Flughäfen

Die Justiz an den verkehrsstärksten Luftdrehkreuzen Deutschlands erlebt eine noch nie dagewesene Klagewelle: Über 125.000 Verfahren von Passagieren gegen Fluglinien wurden im vergangenen Jahr an den Gerichten der 20 größten deutschen Flughäfen registriert, ein sprunghafter Anstieg um 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie der Deutsche Richterbund (DRB) mit Bezug auf eine Umfrage der 'Deutschen Richterzeitung' berichtet. Im Zentrum der Auseinandersetzungen stehen Forderungen nach Ausgleichszahlungen für Verspätungen und Flugausfälle. In Köln, wo das Amtsgericht mit fast 37.300 Fällen eine Verdopplung der Verfahren gegenüber dem vorigen Jahr zu bewältigen hatte, zeigt sich das Phänomen besonders deutlich. Die Rheinmetropole dient als juristischer Heimatflughafen der Lufthansa. Nicht weit dahinter rangiert das Amtsgericht Frankfurt/Main mit mehr als 15.000 Klagen. Einen erheblichen Zuwachs verbucht auch das Amtsgericht Königs Wusterhausen; es ist zuständig für den Flughafen BER und verzeichnete knapp 14.000 Fälle gegenüber einem Vorjahreswert von über 7.000. Laut DRB beanspruchen derartige Zivilklagen am Gericht in Brandenburg mittlerweile 93 Prozent der Arbeitslast. Sven Rebehn, Bundesgeschäftsführer des DRB, spricht gegenüber der Deutschen Presse-Agentur von einer belastenden 'neuen Welle von Fluggastverfahren' für viele Amtsgerichte. Als einen Hauptgrund für die Flut an Klageverfahren identifiziert der Richterbund vor allem die Servicetore im Internet, die es Passagieren erleichtern, Ansprüche rasch und unkompliziert geltend zu machen.