19. Mai, 2024

Wirtschaft

Finanzierung im Fokus: Tennet erkundet alternative Kapitalquellen

Finanzierung im Fokus: Tennet erkundet alternative Kapitalquellen

Inmitten unfruchtbarer Verhandlungen über eine mögliche Verstaatlichung seines deutschen Übertragungsnetzes öffnet sich Tennet, der niederländische Stromnetzbetreiber, neuen Finanzierungswegen. Die zuvor angedachten Gespräche haben bis dato keine greifbaren Ergebnisse geliefert, woraufhin nun die Erschließung alternativer Geldquellen in den Fokus rückt. Dies bestätigte das Unternehmen am Donnerstag aus dem Hauptquartier in den Niederlanden. Ein ambitionierter Plan steht im Raum: Tennet plant, bis zum Jahr 2033 insgesamt 160 Milliarden Euro in die Erweiterung seiner Netze zu investieren.

Seit der Übernahme des deutschen Teils seines Netzes von Eon im Jahr 2010 liegt die Verantwortung für dessen Pflege und Ausbau bei Tennet. Der niederländische Staat, der die Muttergesellschaft von Tennet besitzt, sieht sich jedoch mit hohen Ausbaukosten in Deutschland konfrontiert. Erwägungen einer Übernahme durch die deutsche Bundesregierung wurden bereits im Februar dieses Jahres geäußert, während die niederländische Regierung seit 2020 eine solche Beteiligung vorzieht.

Tennet eruiert momentan eine Reihe von Finanzierungsoptionen, um den hohen Kapitalbedarf zu decken. Einerseits wird über die Aufnahme von Krediten nachgedacht, andererseits über die Möglichkeit, das Eigenkapital zu erhöhen. In Erwägung gezogen werden dabei sowohl die Akquisition von Investoren als auch ein möglicher Börsengang.

Das deutsche Hochspannungsnetz, welches von vier unterschiedlichen Netzbetreibern verwaltet wird, findet in Tennet seinen größten Operator. Das von Tennet betreute Netzwerk erstreckt sich von der Nordsee bis hin zur Grenze Österreichs. Bemerkenswert ist, dass sich der Hauptsitz der deutschen Tochtergesellschaft in Bayreuth befindet. Seitens der Bundesregierung wurde bereits Zustimmung zum Interesse Tennets an einer staatlichen Übernahme signalisiert.

Trotz der bisher ergebnislosen Verhandlungen betont Tennet nachdrücklich das Festhalten an den geplanten Investitionen in Deutschland sowie in den Niederlanden. Ein von der niederländischen Regierung als Gesellschafter gewährtes Darlehen in Höhe von 25 Milliarden Euro sichert bereits den Finanzbedarf für die kommenden zwei Jahre ab und soll die Kontinuität der Ausbauprojekte garantieren.