18. Juli, 2024

Wirtschaft

Federal Reserve Bereitet Sich Auf Potentielle Zinssenkungen Vor: Arbeitsmarkt im Fokus

Federal Reserve Bereitet Sich Auf Potentielle Zinssenkungen Vor: Arbeitsmarkt im Fokus

Die Entscheidungsträger der Federal Reserve beobachten aufmerksam jegliche Anzeichen einer abrupten Schwächung des Arbeitsmarktes, was sie dazu veranlassen könnte, die Zinssätze früher als erwartet zu senken.

Obwohl der Arbeitsmarkt im vergangenen Jahr überraschend robust blieb, zeigen die jüngsten Daten, dass weniger Stellen unbesetzt bleiben und mehr Menschen länger in der Arbeitslosenversicherung verweilen. Diese Indikatoren haben die Aufmerksamkeit der Fed auf mögliche Risse im Arbeitsmarkt gelenkt.

In einem deutlichen Richtungswechsel haben die Zentralbanker kürzlich betont, dass sie bei einer unerwarteten Abschwächung des Arbeitsmarktes die Zinssätze senken könnten. Diese Position ist eine Abkehr von ihrer bisherigen Politik, die darauf ausgerichtet war, die Wirtschaft zu bremsen und den überhitzten Arbeitsmarkt ins Gleichgewicht zu bringen.

Seit Juli 2023 hat die Federal Reserve die Zinssätze bei 5,3 Prozent belassen, einem jahrzehntelangen Höchststand, der das Aufnehmen von Hypotheken oder das Tragen von Kreditkartenschulden teurer macht. Diese Politik bremst die Nachfrage in der gesamten Wirtschaft, um die rapide Inflation unter Kontrolle zu bekommen.

Da die Inflation nun abzukühlen scheint, bemühen sich die Fed-Beamten um ein sensibles Gleichgewicht: Sie wollen sicherstellen, dass die Inflation in Schach ist, aber den Arbeitsmarkt nicht destabilisieren. Angesichts dessen haben sie im letzten Monat signalisiert, dass sie bei einer plötzlichen Schwächung des Arbeitsmarktes durch Zinssenkungen reagieren würden.

Jerome H. Powell, der Vorsitzende der Fed, erklärte diese Woche in einer Rede, dass die Fed weitere beruhigende Inflationsdaten abwarten wolle, bevor sie die Zinssätze senke. Zudem wolle die Fed sehen, dass der Arbeitsmarkt stark bleibt. Powell fügte hinzu: „Sollten wir eine unerwartete Schwächung des Arbeitsmarkts beobachten, wäre das ebenfalls ein Grund für eine Reaktion.“

Daher dürften Arbeitsmarktberichte ein wichtiger Bezugspunkt für Zentralbanker und Wall Street-Investoren sein, die gespannt darauf warten, wie die Fed als nächstes vorgehen wird.

Jahrelang hatte die Fed den Arbeitsmarkt aus anderen Beweggründen im Blick: Man sorgte sich, dass ein zu angespannter Arbeitsmarkt mit steigenden Löhnen die Inflation auf hohem Niveau halten würde. Höhere Arbeitskosten könnten Unternehmen zwingen, die Preise zu erhöhen, und höher verdienende Arbeitnehmer würden mehr ausgeben, was die Nachfrage weiter anfachen könnte. Aktuelle Daten zeigen jedoch eine Abkühlung des Arbeitsmarktes: die Zahl der offenen Stellen hat abgenommen und das Lohnwachstum ist abgeflacht. Diese Entwicklungen sind der Fed nicht entgangen.

Mary C. Daly, Präsidentin der Federal Reserve Bank of San Francisco, betonte in einer Rede, dass der Arbeitsmarkt zwar gut, aber nicht überhitzt sei. „Eine künftige Verlangsamung des Arbeitsmarkts könnte zu höherer Arbeitslosigkeit führen, da Unternehmen nicht nur freie Stellen, sondern auch tatsächliche Arbeitsplätze anpassen müssten,“ sagte sie.

Die Arbeitslosenquote ist im Laufe des Jahres leicht gestiegen, und die Beamten beobachten die Lage vorsichtig. Forschungen, wie die von Claudia Sahm, deuten darauf hin, dass ein plötzlicher und deutlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit ein Signal für eine Rezession ist – eine Erkenntnis, die oft als „Sahm-Regel“ bezeichnet wird.