18. Juli, 2024

Wirtschaft

Fed bleibt vorsichtig: Inflation sinkt, aber Zinssenkungen bleiben vorerst aus

Fed bleibt vorsichtig: Inflation sinkt, aber Zinssenkungen bleiben vorerst aus

Die jüngsten Protokolle der Federal Reserve (Fed) zeigen, dass die US-Notenbank eine Abkühlung der Inflation bemerkt hat. Dennoch benötigen die Entscheidungsträger „größeres Vertrauen“, bevor sie sich zu Zinssenkungen entschließen, die wieder auf das Niveau der letzten 23 Jahre zurückkehren würden.

Aus dem Protokoll der Juni-Sitzung geht hervor, dass einige Entwicklungen auf dem Produkt- und Arbeitsmarkt die Auffassung unterstützen, dass der Preisdruck nachlässt. Einzelhändler bieten inzwischen Preisnachlässe aufgrund nachlassender Verbrauchernachfrage.

Trotz dieser positiven Signale will der Offenmarktausschuss die Zinssätze jedoch bei 5,25 bis 5,5 Prozent belassen, bis „zusätzliche Informationen vorliegen“, die bestätigen, dass die Inflation nachhaltig auf das Zwei-Prozent-Ziel der Fed zusteuert.

Die Protokolle verdeutlichen die anhaltende Besorgnis der Fed: Obwohl die Inflation im letzten Jahr deutlich zurückging und der bevorzugte Inflationsmaßstab der Zentralbank im Mai auf 2,6 Prozent sank, bleibt dieser über dem Zielwert.

Allerdings weisen die Protokolle auch darauf hin, dass eine zu lange Beibehaltung hoher Zinsen das Risiko birgt, dass die Arbeitslosigkeit zu schnell ansteigen könnte. Der normale Arbeitsmarkt könnte eine weitere Abschwächung der Nachfrage stärker mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit beantworten als durch weniger offene Stellen.

Am Freitag wird das Bureau of Labor Statistics einen Bericht über den Arbeitsmarkt veröffentlichen, welcher von Ökonomen mit Spannung erwartet wird. Bloomberg befragte Ökonomen, die prognostizieren, dass im Juni 190.000 neue Arbeitsplätze geschaffen wurden – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zum Vormonat.

Während der Juni-Sitzung signalisierten Fed-Vertreter, dass sie für dieses Jahr nur noch eine Zinssenkung erwarten, im Gegensatz zu den ursprünglich prognostizierten drei Senkungen. Die hohen Kreditkosten und die Inflation stellen eine politische Herausforderung für Präsident Joe Biden dar, da Umfragen zeigen, dass Wähler mit den Lebenshaltungskosten und der wirtschaftlichen Lage unzufrieden sind.

Der Futures-Markt preist jetzt eine 70-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung im September ein, die letzte geldpolitische Entscheidung vor der Präsidentschaftswahl am 5. November. Bis Ende des Jahres wird mit fast zwei Zinssenkungen gerechnet. Die nächste Sitzung der Fed findet am 31. Juli statt.

Die Fed kündigte nach ihrer letzten Sitzung an, dass andere Faktoren wie die Auswirkungen hoher Zinsen auf die Verbrauchernachfrage, eine Entspannung auf den Arbeitsmärkten und ein Anstieg der Versorgung zu einem weiteren Rückgang der Inflation beitragen könnten.