22. April, 2024

Wirtschaft

EY akzeptiert Sanktionen im Rahmen des Wirecard-Falls

EY akzeptiert Sanktionen im Rahmen des Wirecard-Falls

In einer aktuellen Mitteilung hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY angekündigt, dass sie keine Rechtsmittel gegen die von der Abschlussprüferaufsicht Apas verhängten Sanktionen einlegen wird. Zwar teilt der Sprecher des Unternehmens nicht alle Bewertungen der Apas, betont aber, dass sich EY "in vollem Umfang an die Sanktionen halten" wird, womit das Verfahren als abgeschlossen gilt. EY war für die Prüfung der Bilanzen des ehemaligen DAX-Unternehmens Wirecard verantwortlich, bei denen mutmaßliche Fälschungen über Jahre hinweg nicht aufgedeckt wurden.

Aus den Vorfällen um Wirecard hat EY Konsequenzen gezogen und umfangreiche Änderungen in der Vorgehensweise und Technologie implementiert. Im Zentrum dieser Anpassungen stehen der Einsatz neuester Technologien und verstärkte Analysen zum Aufspüren von Betrugsrisiken.

Die Verhängung der Sanktionen durch die Apas ist bereits knapp ein Jahr her, doch erst im Dezember traf der förmliche Bescheid bei EY ein. Der Beschluss stellt das umfangreichste Verfahren dar, das von Apas je durchgeführt wurde. Integraler Bestandteil der Maßnahmen gegen EY ist eine Geldbuße in Höhe von 500.000 Euro. Zudem darf EY für zwei Jahre keine neuen Abschlussprüfungen bei Unternehmen von öffentlichem Interesse durchführen, während laufende Mandate davon unberührt bleiben.

Darüber hinaus wurden im Zuge des Skandals fünf Wirtschaftsprüfer mit Geldbußen zwischen 23.000 und 300.000 Euro sanktioniert. Ob auch diese bereits ihre Bescheide erhalten haben und ob und wie sie darauf reagieren, bleibt bisher unbekannt.

Der Fall Wirecard sorgte im Sommer 2020 für Schockwellen, als der Vorstand zugeben musste, dass 1,9 Milliarden Euro, die angeblich auf Treuhandkonten in Südostasien verbucht waren, nicht auffindbar sind. Seit Dezember 2022 stehen der ehemalige Wirecard-Chef Markus Braun und zwei Mitangeklagte in München vor Gericht. Sie stehen unter Verdacht, über Jahre gefälschte Umsätze in Milliardenhöhe generiert zu haben, wobei Braun die Anschuldigungen bestreitet.