16. Juni, 2024

Märkte

Europawahl belastet Anleihenmärkte: Starke Kursverluste bei deutschen Bundesanleihen

Europawahl belastet Anleihenmärkte: Starke Kursverluste bei deutschen Bundesanleihen

Die Ergebnisse der Europawahl sorgten am Montag für bedeutende Verluste bei deutschen Bundesanleihen. Der Euro-Bund-Future, ein maßgeblicher Terminkontrakt, verlor 0,43 Prozent und fiel auf 129,63 Punkte. Im Gegenzug stieg die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen auf 2,67 Prozent. Am Wochenende hatten bei der Wahl zum Europäischen Parlament vor allem rechte Parteien, wie die französische Rassemblement National von Marine Le Pen, starke Erfolge erzielt. Dies veranlasste Präsident Emmanuel Macron dazu, vorgezogene Neuwahlen für die Nationalversammlung anzusetzen. „Mit der Auflösung des französischen Parlaments durch Präsident Macron nach dem desaströsen Abschneiden seiner Allianz bei den Europawahlen und dem Ausrufen von Neuwahlen geht Macron ein hohes politisches Risiko ein“, kommentierte die Dekabank. Beobachter warnen davor, dass eine rechte Mehrheit in der Nationalversammlung das pro-europäische Mitte-Lager von Macron gefährden könnte. Eine solche Regierung, geführt vom Rassemblement National, würde erhebliche Unsicherheiten hervorrufen, da die Partei sehr kritisch gegenüber der EU eingestellt ist und umfangreiche Ausgabenversprechen gemacht hat. Zuletzt hatte die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit von Frankreich herabgestuft. Die Renditen französischer Staatsanleihen legten daraufhin deutlich zu; die Rendite für Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit stieg auf 3,23 Prozent, den höchsten Stand in diesem Jahr. Auch der Spread, also die Zinsdifferenz zu deutschen Bundesanleihen, erreichte den höchsten Wert seit Jahresbeginn. Gleichzeitig zogen auch die Renditen italienischer Anleihen stark an.