15. Juli, 2024

Technologie

Europäisches Bezahlsystem Wero startet erfolgreich

Europäisches Bezahlsystem Wero startet erfolgreich

Das von der European Payments Initiative (EPI) ins Leben gerufene europäische Bezahlsystem Wero hat seinen Betrieb aufgenommen. Zum Start ermöglichen eine Vielzahl von Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland mobile Zahlungen von einem Handy auf das andere.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Überweisungen benötigen Wero-Nutzer keine 22-stellige IBAN. Stattdessen reicht es aus, die Mobiltelefonnummer oder E-Mail-Adresse des Empfängers einzugeben. Das Geld wird dann in Echtzeit, innerhalb von zehn Sekunden, gutgeschrieben. Ab 2025 soll Wero auch für Online-Zahlungen und ab 2026 im Einzelhandel nutzbar sein.

Auch die belgische Bank KBC ist von Beginn an mit dabei. Weitere Banken aus den Niederlanden und Frankreich werden bald folgen. Noch nicht integriert sind die Deutsche Bank, ihre Tochter Postbank und die ING, deren Teilnahme jedoch noch in diesem Jahr erwartet wird. Die Commerzbank und Neo-Banken wie N26 beteiligen sich vorerst nicht an Wero.

Die European Payments Initiative (EPI), ein Gemeinschaftsunternehmen von 14 Banken und zwei Zahlungsfirmen, hat Wero entwickelt, um gegen US-Finanzriesen wie Mastercard, Visa und Paypal zu bestehen und dem Vormarsch von Apple Pay und Google Pay Einhalt zu gebieten. Ein Vorbild ist die Schweizer Bezahllösung Twint.

Joachim Schmalzl, Vorstand im Sparkassenverband DSGV und Aufsichtsratsvorsitzender von EPI, betont: „Wero wird die europäische Souveränität im Zahlungsverkehr stärken. Bisher haben wir in Europa kein eigenes gemeinsames Zahlverfahren.“ Selbst starke nationale Verfahren wie die Girocard in Deutschland oder die Carte Bancaire in Frankreich seien bei grenzüberschreitenden Zahlungen auf außereuropäische Anbieter angewiesen.

Für die Nutzung von Wero müssen Sparkassen- und Genossenschaftsbankkunden keine neue App installieren. Die Funktion kann in der bestehenden Banking-App aktiviert werden. Um Geld nicht nur zu senden, sondern auch zu empfangen, ist die Hinterlegung einer Mobilfunknummer oder E-Mail-Adresse in der Banking-App erforderlich.