12. Juli, 2024

Märkte

Europäische Börsen vor französischen Wahlen und US-Inflationsdaten in Habachtstellung

Europäische Börsen vor französischen Wahlen und US-Inflationsdaten in Habachtstellung

Die Anleger an Europas führenden Aktienmärkten zeigten sich am Freitag zögerlich. Die Unsicherheit vor dem ersten Wahlgang in Frankreich am Wochenende sowie den bevorstehenden US-Inflationsdaten am frühen Freitagnachmittag sorgten für eine zurückhaltende Marktbewegung. Der EuroStoxx 50 verzeichnete zur Mittagszeit einen leichten Anstieg um 0,26 Prozent auf 4915,12 Punkte. Dabei sieht die Bilanz für das bevorstehende Halbjahresultimo positiv aus. Seit Jahresbeginn legte der Eurozonen-Leitindex bereits um mehr als acht Prozent zu. Im Unterschied dazu sank der französische Cac 40 angesichts der politischen Unsicherheiten um 0,32 Prozent auf 7506,91 Punkte, während der britische FTSE 100 um 0,59 Prozent auf 8227,90 Zähler anstieg. Vor dem Hintergrund der anstehenden Wahlen in Frankreich hat die abwartende Haltung der Investoren durchaus Berechtigung. "Es ist zu erwarten, dass die Ergebnisse der Neuwahlen die sich langsam, aber stetig verändernde politische Landschaft hin zu den Rändern widerspiegeln", erläuterte Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater. Auch die potenziell komplexen Koalitionsverhandlungen nach dem zweiten Wahlgang am 7. Juli dürften die Unsicherheit nicht mindern. Ob die bevorstehenden US-Inflationsdaten die Unsicherheit über den geldpolitischen Kurs der Federal Reserve mildern werden, bleibt abzuwarten. Der von der Fed besonders beachtete PCE-Preisindex könnte eine rückläufige Jahresrate aufzeigen. Doch ob dies die Währungshüter der USA maßgeblich beeindrucken wird, bleibt fraglich. "Es wird wohl noch mehr Überzeugung nötig sein, um das Inflationsziel zu erreichen und die Zinsen zu senken", resümierten die Volkswirte der Hessischen Landesbank. Die Kursveränderungen innerhalb der Einzelsektoren blieben überschaubar, wobei einige Unternehmen dennoch ins Rampenlicht traten. Die Aktien von L'Oreal gerieten wegen skeptischer Wachstumsaussichten unter Druck. Der französische Kosmetikkonzern zog seine Absatzmarkt-Erwartungen zurück. Analystin Molly Wylenzek von Jefferies sieht darin keine vorübergehende, sondern eine dauerhafte Korrektur in Richtung des langfristigen Mittels. Auch die Aktien von Air France-KLM setzten ihren Abwärtstrend fort, nachdem Barclays eine Abstufung aussprach. Dadurch erreichte die Aktie ein Rekordtief und verlor zuletzt knapp fünf Prozent an Wert. Positiv aufgenommen wurden hingegen Nachrichten von Nokia. Der finnische Netzwerkausrüster plant die Übernahme des US-Branchenkollegen Infinera für 2,3 Milliarden Dollar. Analysten und Marktteilnehmer begrüßten diesen Schritt. Analyst Alexander Duval von Goldman Sachs betonte in einer Studie, dass Nokia damit seine Diversifizierungsstrategie abseits des Mobilfunks erfolgreich fortsetze. Gefragt waren zudem Ölwerte, die von einer Stabilisierung der Ölpreise profitierten. Auch die geopolitischen Konflikte und Krisen sowie das knappe Angebot des erweiterten Ölkartells Opec+ unterstützen die Preisentwicklung.