29. Februar, 2024

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Europäische Börsen mit gedämpfter Zuversicht zum Wochenstart

Europäische Börsen mit gedämpfter Zuversicht zum Wochenstart

Die Hauptbörsenindizes in Europa präsentierten sich zu Beginn der neuen Handelswoche verhalten, trotz kürzlich gedämpfter Erwartungen an eine rasche Zinssenkungspolitik in den Vereinigten Staaten. Der Eurostoxx 50 verbuchte mittags einen leichten Anstieg um 0,18 Prozent auf 4663,01 Zähler, anknüpfend an ein seit 2001 nicht erreichtes Hoch am vergangenen Freitag. Der Cac 40 in Frankreich erlebte ebenfalls einen Zuwachs und kletterte um 0,11 Prozent auf 7600,35 Punkte. Der TSE 100 aus Großbritannien zog um 0,39 Prozent auf 7645,33 Punkte an.

Die Zinsspekulationen kühlten sich ab, nachdem am Freitag robuste US-Arbeitsmarktdaten veröffentlicht wurden und dem Anleihemarkt spürbaren Auftrieb bescherten, was letztlich zu einer Zurückhaltung an den Aktienmärkten führte. Zusätzlich dämmten Aussagen des US-Notenbankpräsidenten Jerome Powell in einem TV-Interview, das am Sonntag von CBS ausgestrahlt wurde, die Hoffnungen auf bevorstehende Zinssenkungen ein.

Im europäischen Bankensektor standen diverse Aktien durch signifikante Kursveränderungen im Rampenlicht. So konnten sich die Anteile von Unicredit mit einem außergewöhnlichen Sprung von mehr als zehn Prozent an die Spitze des Eurostoxx setzen. Der italienische Bankenriese plant, nach einem unerwartet hohen Rekordgewinn, die vollständige Ausschüttung an seine Aktionäre, ein Schritt, der bei den Investoren für Begeisterung sorgte.

Gegenläufig dazu erlebten die Aktien der Bank Nordea einen Absturz von über fünf Prozent. Die Bank aus Skandinavien hatte zwar das Profitabilitätsziel mittelfristig angehoben, nachdem ein Gewinnanstieg verzeichnet worden war, doch Reaktionen aus Helsinki spiegelten Enttäuschung wider, die von Analysten hauptsächlich auf die Performance des letzten Jahres zurückgeführt wurde.

Investoren von Banco Santander sahen sich einem Rückgang von beinahe 5 Prozent gegenüber, nachdem die "Financial Times" über Vorwürfe im Zusammenhang mit Sanktionen gegen den Iran berichtet hatte. Santander betonte, man sei intensiv auf die Einhaltung von Sanktionen bedacht, während Lloyds ebenfalls bekräftigte, die Sanktionsvorschriften zu befolgen. Lloyds sah sich in der Folge mit einem Kursrückgang von 1,6 Prozent in London konfrontiert.

Für Vodafone Aktionäre gab es einen Rücksetzer von mehr als einem Prozent. Der britische Telekommunikationskonzern hatte zwar mit den Umsatzzahlen für das dritte Geschäftsquartal positiv überrascht, doch waren es insbesondere die Unsicherheiten bezüglich der Regulierung des deutschen Kabelfernsehmarkts und die gescheiterte Fusion des italienischen Geschäfts, die bei Analysten Bedenken weckten.