28. Februar, 2024

Märkte

Europäische Börsen beharren auf hohem Niveau trotz Zinsauftrieb und gedämpfter Stimmung

Europäische Börsen beharren auf hohem Niveau trotz Zinsauftrieb und gedämpfter Stimmung

An den europäischen Finanzplätzen herrscht ein beharrliches Festhalten an den kürzlich erreichten Höchstständen, obwohl die Anhebung der Zinsen an den Kapitalmärkten eine weitere Konsolidierungswelle zu Wochenbeginn auslöste. An der Spitze der Eurozone stand der Eurostoxx 50, der mit einem minimalen Rückgang von gerade einmal 0,02 Prozent den Montag annähernd auf dem Niveau des vorherigen Hochs vom Freitag beschloss. Parallel dazu zeigte der Pariser Leitindex Cac 40 eine geringfügige Korrektur um 0,03 Prozent und tendierte damit knapp unter der Marke vom Freitag. Nicht zu vernachlässigen ist der ebenfalls kaum veränderte Londoner FTSE 100, der lediglich eine Abweichung von 0,04 Prozent verzeichnete. Der Auftakt in die neue Handelswoche wurde sichtlich von den nachhaltigen Effekten des robusten US-Arbeitsmarktreports vom Freitag getrübt, der die renditeorientierten Anleger zu einer vorsichtigen Haltung bewegte. Analyst Michael Hewson von CMC Markets verweist auf eine Verarbeitung dieses Berichts durch die Investoren, die durch Erwartungen an die US-Notenbank, hinsichtlich der Zinssenkungen bedachter zu agieren, zusätzlich gebremst wurde. Im europäischen Bankensektor zeichneten sich bemerkenswerte Kursbewegungen ab: Der Star des Tages war Unicredit, deren Aktien einen Sprung von beachtlichen 8 Prozent machten. Die italienische Großbank verkündete, dank eines unerwartet hohen Rekordgewinns, den vollumfänglichen Anteil an die Aktionäre ausschütten zu wollen. Dagegen konnten die Papiere der Bank Nordea nicht überzeugen und fielen um 5 Prozent. Trotz eines Gewinnanstiegs und einer erhöhten Profitabilitätsprognose blieben die Investoren skeptisch, insbesondere angesichts der Resultate des vergangenen Jahres. Ebenso musste die Banco Santander einen Dämpfer von 5 Prozent verkraften, hier belasteten Vorwürfe im Zusammenhang mit Iran-Sanktionen den Kurs. Trotz Beteuerungen der Bank, sich auf die Einhaltung der Sanktionen zu konzentrieren, wie es auch Lloyds, die lediglich 1 Prozent einbüßte, versichert. Ein weiterer Verlierer des Tages war der Telekommunikationsriese Vodafone mit einem Rückgang von 3,3 Prozent trotz eines Umsatzanstiegs im dritten Geschäftsquartal, wobei Analysten auf die regulatorischen Herausforderungen im deutschen Kabelfernsehmarkt und das Scheitern einer Fusion in Italien hinwiesen.