18. Juli, 2024

Märkte

Europäische Aktienmärkte vor französischer Wahl in der Defensive

Europäische Aktienmärkte vor französischer Wahl in der Defensive

Die Anleger an Europas wichtigsten Aktienmärkten bleiben vor dem ersten Wahlgang in Frankreich in Lauerstellung. Auch am Freitag mussten die meisten Indizes Verluste hinnehmen, wobei die Zurückhaltung der Investoren in Paris besonders auffällig war.

Der EuroStoxx 50 sank um 0,18 Prozent und erreichte 4894,02 Punkte. Auf Wochensicht ergibt sich ein leichtes Minus von 0,27 Prozent, und der Monat schließt mit einem Rückgang von 2,7 Prozent sehr schwach ab. Dennoch konnte der Eurozonen-Leitindex seit Jahresbeginn eine erfreuliche Zunahme von 8,2 Prozent erzielen, was zu einer positiven Halbjahresbilanz beiträgt.

Der französische CAC 40 fiel angesichts der politischen Unsicherheiten um 0,68 Prozent auf 7479,40 Punkte. Auch der britische FTSE 100 verzeichnete mit einem Rückgang von 0,19 Prozent auf 8164,12 Punkte leichte Verluste.

Die abwartende Haltung der Anleger ist berechtigt, da die Wahlen in Frankreich potenziell mehr Unsicherheit bringen könnten. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank, erklärte: "Es ist zu erwarten, dass die Ergebnisse der Neuwahlen die sich langsam, aber stetig verändernde politische Landschaft hin zu den Rändern widerspiegeln." Zudem zeichnen sich die möglichen Koalitionsverhandlungen nach dem zweiten Wahlgang am 7. Juli als schwierig ab.

Es drohen politisches Chaos und Stillstand oder sogar eine Regierung der Rechtsnationalisten. Diese Schicksalswahl wird die Machtverteilung von Präsident Emmanuel Macron beeinflussen; die Wahlbeteiligung soll mit etwa 65 Prozent entsprechend hoch ausfallen.

Die Kursveränderungen in den einzelnen Sektoren blieben moderat. Einige wenige Aktien stachen jedoch heraus. So gerieten die Papiere von L'Oreal unter Druck. Der französische Kosmetikkonzern hat die Wachstumserwartungen für seinen Absatzmarkt womöglich zurückgeschraubt, wie Analystin Molly Wylenzek von Jefferies anmerkt. Den Aktien von L'Oreal erging es schlecht und sie fielen um drei Prozent.

Auch Air France-KLM musste Federn lassen. Nach einer Abstufung durch Barclays sanken die Aktien der Fluglinie auf ein Rekordtief und gaben um über vier Prozent nach.

Positiv wirkte sich hingegen die Nachricht über die Übernahmepläne von Nokia aus. Der finnische Netzwerkausrüster will den US-Branchenkollegen Infinera übernehmen, welcher mit 2,3 Milliarden Dollar bewertet wird. Diese Ankündigung fand bei Analysten und Marktteilnehmern Zuspruch, wodurch die Nokia-Aktien um 1,5 Prozent stiegen. In New York legten die Papiere von Infinera zuletzt um 17,5 Prozent zu.