18. Juli, 2024

Technologie

Europa spurtet bei 5G-Nutzung voran: Studie prognostiziert Aufholjagd bis 2029

Europa spurtet bei 5G-Nutzung voran: Studie prognostiziert Aufholjagd bis 2029

Jeder vierte Mobilfunkvertrag in Westeuropa bietet mittlerweile Zugang zum schnellen 5G-Netz. Nach einer aktuellen Analyse des Mobilfunkausrüsters Ericsson belegt Westeuropa trotz einer Durchdringungsrate von 26 Prozent im internationalen Vergleich lediglich den vierten Rang. Angeführt wird das Ranking von Nordamerika (59 Prozent), gefolgt von Nordostasien (41 Prozent) und der Region des Golfkooperationsrates (34 Prozent). Insgesamt steigt die Zahl der 5G-Verträge weltweit kontinuierlich und wird zum Ende des ersten Quartals 2024 voraussichtlich 1,7 Milliarden erreichen.

Der neueste Ericsson Mobility Report, der am Mittwoch in Stockholm veröffentlicht wurde, prognostiziert ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen und mögliche Verschiebungen auf den Spitzenplätzen in den kommenden Jahren. Bis 2029 soll Westeuropa auf Rang drei aufholen, mit 86 Prozent aller Verträge nur knapp hinter Nordamerika (90 Prozent) und der Region des Golfkooperationsrates (89 Prozent). Nordostasien droht hingegen mit einer 5G-Nutzungsrate von 80 Prozent zurückzufallen.

5G bringt im Vergleich zu den Vorgängern UMTS (3G) und LTE (4G) wesentlich schnellere Datenübertragungsraten und geringere Latenzzeiten mit sich. Diese Merkmale machen 5G besonders attraktiv für Echtzeit-Anwendungen wie Fernsteuerung von Maschinen und Telemedizin. Die Technologie ist auch ideal, um große Menschengruppen, etwa in Fußballstadien, online zu bringen.

Ericsson merkt jedoch an, dass der 5G-Boom in Westeuropa durch technische Einschränkungen gebremst wird. Die derzeit überwiegend genutzten Frequenzen unterhalb von 1 Gigahertz bieten zwar eine gute Flächenabdeckung, können aber in puncto Kapazität und Geschwindigkeit nicht mit den mittleren Frequenzen um 3,5 GHz konkurrieren. Dies beeinträchtigt die Nutzererfahrung, da die Zeitspanne zwischen dem „Klick“ und dem tatsächlichen Laden eines Videos oder einer Webseite spürbar ist.

Fortschritte zeigt Ericsson bei den Smartphones auf: Immer mehr Endgeräte unterstützen 5G Standalone, die vollwertige Version von 5G. Auch das sogenannte Network Slicing wird von Smartphones ab Android 13 und iPhones ab iOS 17 unterstützt, wodurch bestimmte Dienste im Netz bevorzugt behandelt werden können, wie etwa die Übertragung von Videos.