Der Euro konnte am Freitag erstaunliche Erholungstendenzen gegenüber seinen jüngsten Kurseinbußen verzeichnen. Er notierte im New Yorker Handel an seinem Tageshoch von 1,0447 US-Dollar, nachdem er vor wenigen Stunden noch auf ein Monatstief von 1,0343 Dollar gefallen war. Die Europäische Zentralbank hatte zuvor den Referenzkurs auf 1,0390 Dollar festgelegt, nur knapp unter dem Wert vom Mittwoch.
Im Fokus der Finanzmärkte standen aktuelle US-Konjunkturdaten. Dabei blieben sowohl die Konsumausgaben als auch die privaten Einkommen im November hinter den Erwartungen zurück. Der Devisenmarkt ist weiterhin von den Zinssignalen der US-Notenbank geprägt, die am Mittwochabend Aufsehen erregt hatten. Besonders beachtlich war der PCE-Preisindex, den die Fed zur Orientierung bevorzuge und der weniger stark gestiegen ist als vorhergesagt.
„Die Märkte reagierten auf die heutigen Inflationsdaten durchaus positiv“, analysierte Constantin Lüer, Volkswirt der NordLB, in Anbetracht der Marktentwicklungen. Die US-Notenbank hatte ihren Leitzins zum dritten Mal in Folge gesenkt, aber für das kommende Jahr eine zurückhaltendere Zinspolitik angekündigt. Diese Nachrichten hatten zunächst den Dollar gestärkt und dem Euro zugesetzt, bevor sich das Blatt wendete.