21. Juni, 2024

Wirtschaft

Euro schwächelt weiter nach Wahlergebnissen und Konjunkturprognosen

Euro schwächelt weiter nach Wahlergebnissen und Konjunkturprognosen

Der Euro hat sich im Verlauf des US-Handels am Montag nach einem vorangegangenen Absturz in Richtung seines Tagestiefs wieder leicht erholt. Dennoch bleibt der Kurs im Vergleich zum Freitag auf einem schwachen Niveau, was auf die Ergebnisse der Europawahlen zurückzuführen ist. Zuletzt notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,0758 US-Dollar, nachdem sie zur Mittagszeit im Frankfurter Handel noch bei 1,0733 Dollar gelegen hatte – der tiefste Stand seit dem 9. Mai. Am Vorabend war der Euro noch über 1,08 Dollar wert gewesen. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,0756 Dollar fest, was einem Rückgang von 1,0898 Dollar am Freitag entspricht. Der Dollar kostete damit 0,9297 Euro, gegenüber 0,9175 Euro am Freitag.

Bei der Wahl zum Europäischen Parlament triumphierten am Wochenende besonders rechte Parteien. In Frankreich konnte die rechtspopulistische Partei Rassemblement National von Marine Le Pen einen Sieg verbuchen. Dies veranlasste Präsident Emmanuel Macron, eine vorgezogene Neuwahl der Nationalversammlung zu initiieren. Trotz dieser Verschiebungen bleibt das proeuropäische Lager die dominierende Gruppe im Europaparlament.

Ulrich Leuchtmann, Experte bei der Commerzbank, sieht langfristig Gefahren für den Euro, da die europäische Einigung zunehmend fragil erscheine. Bislang habe die wachsende Europa-Skepsis dem Euro noch keinen signifikanten Schaden zugefügt, doch das Risiko, dass dies in Zukunft anders sein könnte, sei laut Leuchtmann am Wochenende gestiegen.

Trotz besser als erwarteter Konjunkturdaten aus der Eurozone verzeichnete die Gemeinschaftswährung keine nachhaltige Erholung. Der vom Analyseinstitut Sentix erhobene Konjunkturindikator stieg im Juni zum achten Mal in Folge. Das Analysehaus sprach hierbei von einem fortsetzenden Erholungstrend, betonte jedoch, dass der Anstieg des Indikators nur langsam und in kleinen Schritten verlaufe.

Aus den USA kamen keine nennenswerten Impulse. Anleger warten hier auf die am Mittwoch anstehenden Inflationsdaten sowie auf geldpolitische Signale der US-Notenbank Fed. Angesichts der persistierenden Inflation rechnet kaum jemand zu diesem Zeitpunkt mit einer ersten Zinssenkung.