14. Juli, 2024

Wirtschaft

Euro-Kurs in der Schwebe: Politische Unsicherheit in Frankreich drückt die Gemeinschaftswährung

Euro-Kurs in der Schwebe: Politische Unsicherheit in Frankreich drückt die Gemeinschaftswährung

Der Euro-Kurs zeigte sich am Freitag im späteren US-Handel weitgehend stabil. Kurz nach Eröffnung der Wall Street Aktienbörse sank er zwar auf 1,0668 US-Dollar, den tiefsten Stand seit sechs Wochen. Anschließend erholte sich die Gemeinschaftswährung leicht und wurde zuletzt mit 1,0699 Dollar gehandelt. Der Referenzkurs der Europäischen Zentralbank (EZB) wurde am Nachmittag in Frankfurt auf 1,0686 Dollar festgesetzt. Am Vortag lag dieser noch bei 1,0784 Dollar. Entsprechend kostete der Dollar 0,9358 Euro nach zuvor 0,9272 Euro.

Hintergrund der jüngsten Kursschwankungen ist die politische Lage in Frankreich. Die Europawahl am vergangenen Sonntag endete für den französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron mit einer herben Niederlage seines Mitte-bündnisses. Diese Entwicklung veranlasste Macron, Parlamentswahlen auszurufen, die nun am 30. Juni und 7. Juli stattfinden werden. An den Märkten wächst die Sorge, dass europakritische Kräfte aus dem rechten politischen Lager an Einfluss gewinnen könnten. Dies könnte die sowieso schon angespannte Haushaltslage Frankreichs und die Stabilität des gesamten Euro-Raums negativ beeinflussen.

Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, unterstreicht, dass die politische Unsicherheit auf die ohnehin heiklen Staatsfinanzen in vielen Mitgliedsländern trifft. "Eine funktionierende Währungsunion setzt eine enge Kooperation der Mitgliedsstaaten voraus, was rechte Parteien jedoch als Eingriff in die nationale Souveränität ablehnen", betont Krämer. Diese ablehnende Haltung könnte die Stabilität der Währungsunion weiter unter Druck setzen.