14. Juli, 2024

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Euro-Kurs fällt nach schwachen Konjunkturdaten: Rückschlag für die wirtschaftliche Erholung

Euro-Kurs fällt nach schwachen Konjunkturdaten: Rückschlag für die wirtschaftliche Erholung

Der Euro geriet am Freitag unter Druck und fiel nach enttäuschenden Konjunkturdaten aus der Eurozone unter die Marke von 1,07 US-Dollar. Am Nachmittag notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,0691 US-Dollar, nachdem sie am Morgen noch über diesem Wert gehandelt wurde. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0688 Dollar fest, nach 1,0719 Dollar am Vortag. Der US-Dollar kostete damit 0,9356 Euro, verglichen mit 0,9329 Euro am Donnerstag.

Ursache für den Kursrückgang waren schwächere wirtschaftliche Daten aus dem Euroraum. Der von S&P Global ermittelte Einkaufsmanagerindex zeigte im Juni einen unerwarteten Rückgang, was einen Dämpfer für die jüngst verzeichnete konjunkturelle Erholung darstellte. Sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungssektor verschlechterte sich die Stimmung deutlich.

Commerzbank-Analyst Vincent Stamer kommentierte: "Die Juni-Daten stützen unsere Einschätzung, dass das Wachstum in der Eurozone in diesem Jahr hinter den Erwartungen der Mehrheit der Ökonomen und der EZB zurückbleiben wird." Stamer prognostiziert daher eine erneute Senkung der Leitzinsen durch die EZB im September.

Besonders betroffen von den schwachen Konjunkturdaten waren die beiden größten Volkswirtschaften der Eurozone, Deutschland und Frankreich. Laut Stamer hat die kurzfristig angesetzte Neuwahl in Frankreich sowie die damit verbundene politische Unsicherheit die wirtschaftliche Stimmung dort zusätzlich belastet.

Auch in Großbritannien zeigte der PMI einen unerwarteten Rückgang im Juni, wobei der Dienstleistungssektor maßgeblich zur Eintrübung des Gesamtindikators beitrug. Infolgedessen gab das britische Pfund gegenüber dem US-Dollar nach. Im Gegensatz dazu überraschten die entsprechenden US-Indikatoren positiv und stiegen stärker als erwartet.

Die EZB legte weitere Referenzkurse für den Euro fest: 0,84531 britische Pfund, 169,82 japanische Yen und 0,9537 Schweizer Franken. Der Goldpreis notierte am Nachmittag in London bei 2331 Dollar pro Feinunze, was einem Rückgang von 28 Dollar im Vergleich zum Vortag entsprach.