18. Juli, 2024

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Euro gibt Kursgewinne wieder ab – Unsicherheiten bleiben

Euro gibt Kursgewinne wieder ab – Unsicherheiten bleiben

Der Euro hat am Freitag seine zwischenzeitlichen Kursgewinne wieder eingebüßt. Am Nachmittag notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,0817 US-Dollar und kehrte damit auf das Niveau des frühen Handels zurück. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0824 Dollar, nachdem er am Donnerstag noch bei 1,0800 Dollar lag. Der Dollar kostete entsprechend 0,9238 Euro, nach 0,9259 Euro am Vortag.

Der US-Arbeitsmarktbericht hatte den Dollar kurzfristig unter Druck gesetzt. Zwar wurden im Juni über 200.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, jedoch fiel das Beschäftigungswachstum in den beiden Monaten zuvor deutlich schwächer aus als bisher angenommen. Die Arbeitslosenquote stieg leicht und erreichte den höchsten Stand seit Ende 2021, während das Lohnwachstum abnahm.

Schwache Auftragsdaten und enttäuschende Produktionszahlen aus der deutschen Industrie trübten ebenfalls die Stimmung. Im Mai verzeichnete die Gesamtherstellung ihren deutlichsten Rückgang seit Ende 2022. Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg kommentierte: „Es scheint, als sei eine Wende zum Besseren weiter entfernt denn je.“ Auch Industrieberichte aus Frankreich und Spanien fielen entmutigend aus.

In Großbritannien reagierte das Pfund Sterling mit leichten Kursgewinnen auf den klaren Sieg der Labour-Partei bei der Unterhauswahl. Eine Niederlage der Tories war bereits erwartet worden, wobei viele Stimmen an die rechtspopulistische Partei Reform UK gingen, deren Vorsitzender Nigel Farage eine Schlüsselfigur des Brexit war.

Zusätzlich legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro gegenüber anderen wichtigen Währungen wie folgt fest: 0,84613 britische Pfund, 174,06 japanische Yen und 0,9730 Schweizer Franken. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 2382 Dollar gehandelt, was etwa 26 Dollar mehr als am Vortag entsprach.