22. Februar, 2024

Wirtschaft

Euro bleibt unter Druck: Nähe zum November-Tief unterstreicht die Herausforderungen der EZB

Euro bleibt unter Druck: Nähe zum November-Tief unterstreicht die Herausforderungen der EZB

Der Euro scheint weiter den Schwierigkeiten des Währungsmarkts ausgesetzt zu sein und hält sich im Handelsverlauf hartnäckig in der Nähe seines markanten Tiefstandes seit Mitte November. Der Wechselkurs zur US-amerikanischen Währung lag am Mittag bei 1,0740 Dollar, dicht beim von der Europäischen Zentralbank (EZB) festgelegten Referenzkurs von 1,0746 Dollar.

Eine treibende Kraft hinter der aktuellen Schwäche der europäischen Gemeinschaftswährung ist die robuste Wirtschaftslage auf der anderen Seite des Atlantiks. Die konjunkturelle Stärke der Vereinigten Staaten lässt die Möglichkeit rascher Zinssenkungen durch die Federal Reserve als zunehmend unwahrscheinlich erscheinen, trotz der scheinbar rückläufigen Inflationsraten. Zu dieser Auffassung bekennen sich auch mehrere hochrangige Mitglieder der US-Notenbank, unter ihnen der Fed-Vorsitzende Jerome Powell, deren Aussagen für zusätzlichen Aufwind des Dollar sorgen.

Die Wirtschaftsdaten aus Deutschland vermitteln keine ungetrübte Zuversicht. Zwar verbuchte die deutsche Industrie im Dezember einen spürbaren Anstieg an Aufträgen, doch dieser ist vor allem auf umfangreiche Bestellungen im Luftfahrzeugsektor zurückzuführen. Bereinigt um diese Sondereffekte ist ein Rückgang der Auftragseingänge zu verzeichnen. Ralph Solveen, Ökonom der Commerzbank, sieht darin ein Anzeichen dafür, dass eine Besserung der wirtschaftlichen Lage in Deutschland vorerst nicht zu erwarten ist.

Darüber hinaus zeigen von der EZB erhobene Umfragen, dass kurzsichtige Inflationserwartungen im Euroraum gesunken sind, während mittelfristig ein leichter Anstieg zu verzeichnen ist. Die aktuelle Inflationsentwicklung deutet auf eine nach unten tendierende Teuerung hin, was der EZB im laufenden Jahr Spielraum für potenzielle Zinssenkungen bieten könnte. Der Zeitpunkt und das Ausmaß dieser möglichen Maßnahmen bleiben allerdings weiterhin ungewiss.