18. Juli, 2024

Politik

Eskalation im Nahen Osten: Hisbollah intensiviert Angriffe auf Israel

Eskalation im Nahen Osten: Hisbollah intensiviert Angriffe auf Israel

Die libanesische Hisbollah hat auf die Tötung eines ihrer hochrangigen Kommandeure mit einem massiven Angriff auf Israel reagiert. Nach eigenen Angaben feuerte die Miliz mehr als 200 Raketen und 20 Drohnen auf israelisches Gebiet ab. Dabei kam ein israelischer Reservist im Rang eines Majors ums Leben, wie die israelischen Streitkräfte bestätigten.

Der getötete Kommandeur der Hisbollah soll für die Raketenabschüsse auf Israel verantwortlich gewesen sein. Unterstützt vom Iran, hat die Hisbollah klargestellt, dass die Angriffe so lange andauern werden, bis es eine Waffenruhe im Gaza-Krieg gibt. Die Miliz handelt nach eigenen Aussagen in Solidarität mit der palästinensischen Hamas, die die "Libanon-Front" als eine "Unterstützungsfront" bezeichnet.

Die Verhandlungen über eine Waffenruhe und einen möglichen Geiselaustausch haben wieder an Dynamik gewonnen. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat die Entsendung eines Verhandlungsteams genehmigt, um Gespräche mit der Hamas fortzusetzen. Dabei spielt auch ein von den Vermittlerstaaten USA, Katar und Ägypten vorgelegter Entwurf eine Rolle. Der Inhalt dieses Vorschlags bleibt jedoch unbekannt.

Netanjahu betonte in einem Telefonat mit US-Präsident Joe Biden, dass der Krieg erst enden werde, wenn alle Ziele erreicht seien. Dazu zählen die Zerschlagung der Hamas und die Befreiung aller Geiseln. In dem abgeriegelten Gazastreifen werden derzeit noch rund 120 Geiseln vermutet, von denen viele möglicherweise nicht mehr am Leben sind.

Im Norden Israels heulten Sirenen, als die Armee rund 200 Geschosse und mehr als 20 Drohnen identifizierte, die aus dem Libanon auf Israel abgefeuert wurden. Als Reaktion bombardierte das israelische Militär Abschussstellen im Libanon. Nach Angaben der Hisbollah handelte es sich um Vergeltungsmaßnahmen für die Tötung eines ihrer Kommandeure.

Bei einem israelischen Angriff in Hula im Südlibanon starb eine Person, und eine Frau wurde bei einem weiteren Angriff verletzt. Die Hisbollah bestätigte den Tod eines ihrer Mitglieder, machte jedoch keine näheren Angaben zu den Umständen.

Seit Beginn des Gaza-Kriegs liefern sich Israel und die Hisbollah nahezu täglich Gefechte, deren Intensität zuletzt zunahm. Es besteht die Sorge, dass sich die Auseinandersetzungen zu einem regionalen Konflikt ausweiten könnten. Der Iran, ein Unterstützer der Hisbollah, ist auch mit der Hamas und nichtstaatlichen Akteuren im Irak und Jemen verbündet und unterstützt den syrischen Staatschef Baschal al-Assad.

Israel strebt an, die Hisbollah durch militärischen und politischen Druck dazu zu bringen, sich hinter den Litani-Fluss zurückzuziehen, so wie es eine UN-Resolution vorsieht.