29. Februar, 2024

Politik

Eskalation im Gazastreifen: Israels Militäreinsatz fordert über 20 Todesopfer

Eskalation im Gazastreifen: Israels Militäreinsatz fordert über 20 Todesopfer

In einer weiteren Zuspitzung der Lage im Gazastreifen hat das israelische Militär Luftangriffe auf die Stadt Rafah durchgeführt, die laut medizinischen Quellen über 20 Menschenleben gefordert haben. Trotz eindringlicher internationaler Appelle zum Zurückhalten setzten die israelischen Streitkräfte ihre Operationen fort, wobei zwei Wohnhäuser das Ziel waren. Mohammed al-Sufi, Bürgermeister von Rafah, bestätigte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur die hohe Opferzahl.

Die Angriffe gingen über das Bombardement der Wohngebiete hinaus; ein Fahrzeug der Hamas, in dem sich ranghohe Mitglieder der Organisation befanden, wurde getroffen. Darunter waren der Leiter des Polizeigeheimdienstes der Hamas und sein Stellvertreter, deren Tod von Polizei und Zeugen vermeldet wurde. Eine unabhängige Überprüfung dieser Informationen war zunächst nicht möglich, und das israelische Militär hielt sich mit Stellungnahmen zurück.

Rafah, in äußerster Nähe zur ägyptischen Grenze gelegen und als Hochburg der Hamas bekannt, war bereits in der vorherigen Woche wiederholt Ziel von militärischen Angriffen Israels. Die jüngsten Aktionen aber gelten als die intensivsten dieser Art. Bürgermeister Al-Sufi mahnte zur Vorsicht und warnte vor einem Einmarsch israelischer Bodentruppen in die dicht besiedelte Stadt, in der die Gefahr eines Blutbades bestehe.

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hatte das Militär angewiesen, eine Offensive auf Rafah vorzubereiten, in dem vier Hamas-Bataillone verortet wurden. Es wird eine geplante Evakuierung von Zivilisten aus dem Bereich erwogen.

Die Situation in Rafah bleibt prekär, speziell vor dem Hintergrund, dass die Bevölkerungszahl des Ortes aufgrund des Krieges stark angestiegen ist. Hierbei handelt es sich großteils um Vertriebene aus anderen Regionen des Gazastreifens, die nun in Rafah ein unfreiwilliges Refugium gefunden haben. Die hohen Zahlen von Schutzsuchenden in Rafah wurden vom UN-Generalsekretär António Guterres und hohen internationalen Vertretern, darunter US-Vertreter und die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock, als besonders besorgniserregend eingestuft und explizit vor einer humanitären Katastrophe gewarnt.

Diese Entwicklung folgt auf einen erschütternden Vorfall am 7. Oktober, als ein Anschlag seitens der Hamas und anderer radikaler Gruppierungen Israel traf und eine harte militärische Reaktion nach sich zog.