27. Mai, 2024

Technologie

Erste Hürden für Neuralinks Gehirnimplantat nach Operation

Erste Hürden für Neuralinks Gehirnimplantat nach Operation

Neuralinks ambitionierter Vorstoß in die Welt der neuralen Prothesen erlebte kürzlich eine kleine Komplikation. Nach der ersten Operation eines menschlichen Patienten mit einem Gehirnimplantat des Unternehmens, das potenziell die Bedienung eines Smartphones allein durch Gedanken ermöglichen soll, traten Probleme mit sich lösenden Elektroden auf. Neuralink bestätigte, dass nach einer Anpassung der Software die Funktionsfähigkeit des Implantats wiederhergestellt werden konnte. Diese Informationen kamen erst nach einer Anfrage des "Wall Street Journal" an die Öffentlichkeit.

Das Implantat, das Neuralink in einer klinischen Studie nach Freigabe im Mai 2023 einsetzt, besteht aus 1024 Elektroden, die durch einen Roboter in feinster Präzision mit dem menschlichen Gehirn verbunden werden. Die Studie richtet sich an Menschen mit Tetraplegie, um ihnen eine neue Form der Interaktion mit Technologie zu bieten.

Die gehirngesteuerte Steuerung basiert auf der Erkennung von Signalen, die bei der Vorstellung von Bewegungen entstehen. Der erste Patient mit dem Implantat vermochte bereits, durch Denkbefehle im Internet zu surfen und Spiele wie Schach und "Mario Kart" zu spielen. Doch die gelösten Elektroden führten zuerst zu einer reduzierten Genauigkeit und Geschwindigkeit der Cursor-Steuerung, ehe durch einen sensibleren Algorithmus und verbesserte Umwandlung der Gehirnaktivität in Cursor-Bewegungen die Werte über die ursprünglichen Maßstäbe hinaus gesteigert werden konnten.

Über die Ursachen der Elektrodenablösung äußerte sich Neuralink nicht. Es könnte nach Medienberichten des "Wall Street Journal" möglicherweise Luft im Schädel nach der Operation verblieben sein. Die Studie steht unter genauer Beobachtung der US-Gesundheitsbehörde FDA.

Die Technologie der Hirn-Computer-Schnittstellen ist schon seit Jahren in der Erforschung und in einigen Fällen haben Patienten verschiedenartige Implantate erhalten. Neuralink teilt sich den Markt mit mehreren Konkurrenten, die ebenso das Ziel verfolgen, diese Technologie kommerziell zu nutzen.