22. Februar, 2024

Märkte

Erdgaspreise auf Talfahrt – Europa atmet auf

Erdgaspreise auf Talfahrt – Europa atmet auf

In einem entscheidenden Wandel der Energiemärkte erlebt das europäische Erdgas einen bedeutsamen Preissturz, der zu einer Atempause für Verbraucher und Industrie führt. Erdrutschartig ist der für das Marktgeschehen maßgebliche TTF-Terminkontrakt an der Amsterdamer Börse gesunken und notiert aktuell unter der Marke von 26 Euro je Megawattstunde – ein Tief, das seit dem vergangenen Juli nicht zu verzeichnen war. Mit 25,82 Euro zeichnet sich ein stetiger Abwärtstrend seit Beginn dieses Jahres ab, was eine Preisminderung von etwa 20 Prozent einläutet.

Die vorangegangene Preisescalation im Zuge der militärischen Konflikte im Nahen Osten, die eine Verdopplung des Preises über 50 Euro nach sich zog, scheint sich nun umzukehren. Experte den Preisverfall der jüngsten schwächelnden EU-Konjunktur zu, die insbesondere in Deutschland eine gedrosselte Gasnachfrage zur Folge hat.

Die neueste Statistik der Bundesnetzagentur offenbart, wie Deutschland in den Monaten des letzten Quartals des Jahres 2023 erheblich Gas eingespart hat. Im industriellen Sektor sank der Verbrauch um 16 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2018 bis 2021, während Haushalte und Kleinunternehmen sogar 16,7 Prozent weniger Gas verbrauchten. Außergewöhnlich milde Winterbedingungen werden als Hauptfaktor für diese Entwicklung angeführt.

Obgleich die Füllstände der Erdgasspeicher in Deutschland seit Jahresanfang rückläufig sind, verbleiben sie im Vergleich zu den üblichen saisonalen Werten auf einem hohen Level – der Gesamtfüllstand lag zuletzt bei über 72 Prozent. Selbst regionale Konflikte wie die kürzlichen Angriffe der Huthi-Rebellen im Roten Meer konnten dem Preisniveau keinen ernsthaften Schub verleihen. Experten bestätigen, dass die Versorgung Europas dadurch nicht gefährdet scheint.

Der Erdgaspreis bewegt sich weit unterhalb der exorbitanten Höhen, zu denen es während des russisch-ukrainischen Konflikts angestiegen war; ein Zeitraum, in dem Werte jenseits der 300 Eurogrenze keine Seltenheit waren – eine direkte Folge der eingeschränkten russischen Gaslieferungen nach Europa.