In einem ausführlichen Interview mit den renommierten Nachrichtenagenturen dpa und dpa-AFX hat Marc Spieker, der Vertriebsleiter des deutschen Energieunternehmens Eon, seine Vorstellungen über die weitreichende Implementierung von intelligenten Stromzählern, den sogenannten Smart Metern, in deutschen Haushalten detailliert erläutert. Diese hochentwickelten Messsysteme ermöglichen es, den Energieverbrauch eines Haushalts in Intervallen von 15 Minuten präzise zu erfassen. Gleichzeitig bieten sie den Verbrauchern eine Gelegenheit, ihren Stromverbrauch durch veänderliche, auf den Strompreis abgestimmte Zeitpläne effizienter und kostengünstiger zu gestalten.
Der derzeitige Einsatz von Smart Metern in Deutschland wird von Eon als unzureichend erachtet. Der Einbau erfolgt bislang nur in spezifischen Situationen, beispielsweise bei der Installation von Wärmepumpen oder größeren Solaranlagen. Ein europäischer Vergleich offenbart, dass Deutschland mit einer Smart-Meter-Verbreitungsquote von lediglich etwa vier Prozent erheblich hinterherhinkt. Im Gegensatz dazu weisen einige Nachbarstaaten bereits eine Durchdringung von über 80 Prozent auf.
Marc Spieker fordert daher strengere Maßnahmen gegen zögerliche Netzbetreiber, was auch mögliche Sanktionen einschließt. Sollte binnen eines Jahres kein spürbarer Fortschritt erreicht werden, könnte diesen das Recht entzogen werden, eigenständig Zähler zu installieren. Diese Maßnahmen sollen den Ausbauprozess beschleunigen und innovativen Unternehmen den Raum für neue Ansätze eröffnen. Eon plant, bis Ende 2025 nahezu eine Million Smart Meter in Deutschland zu installieren. Parallel dazu testet das Unternehmen im Vereinigten Königreich Tarifmodelle, die beachtliche Einsparungen für Verbraucher ermöglichen.
Bemerkenswerte Einsparpotenziale ergeben sich insbesondere durch flexible Tarife, z.B. für die Aufladung von Elektrofahrzeugen, oder durch Optimierungen in Haushalten, die mit einem eigenen Photovoltaiksystem ausgestattet sind. Das Engagement von Eon geht über Privathaushalte hinaus und umfasst auch umfangreiche Projekte mit Städten und Industriebetrieben, inklusive der Entwicklung fortschrittlicher Wärmenetze.
Obwohl derzeit keine allgemeine Umrüstungspflicht besteht, hat seit Anfang des Jahres jeder Haushalt das Recht, einen Smart Meter installieren zu lassen. Verbraucher, die sich für einen freiwilligen Einbau entscheiden, müssen jedoch die damit verbundenen Kosten selbst tragen. Mieter benötigen zudem die Zustimmung ihres Vermieters. Mit seinem weitreichenden Netzbetrieb, der ein Drittel der gesamten Stromnetz-Länge Deutschlands abdeckt, agiert Eon als Vorreiter der Energiewirtschaft und betrachtet intelligente Zähler als Schlüssel zu einer nachhaltigen Energiewende.