19. Mai, 2024

Märkte

Enttäuschung im Chemiehandel: Brenntag-Aktie unter Druck

Enttäuschung im Chemiehandel: Brenntag-Aktie unter Druck

Eine spürbare Kurskorrektur erschütterte die Anleger des Chemikalienhändlers Brenntag, als die Aktie des Unternehmens am Dienstag einen neuen Tiefststand seit November verzeichnete. Nach einem Sturz um beinahe 10 Prozent auf 70,38 Euro fand sich die Brenntag-Aktie am ungewollten Ende der Dax-Tabelle wieder. Dieser Kursverlust verschärft die Distanz zum erst am Freitag markierten Rekordhoch des deutschen Leitindex, der seinerseits einen moderaten Rückgang hinnehmen musste.

Goldman Sachs-Analystin Suhasini Varanasi erkannte bei Brenntag zu Jahresbeginn ähnlich schwache Tendenzen, wie sie auch bei den Konkurrenten IMCD und Azelis festgestellt wurden. Der nun eher am unteren Ende angesetzte Unternehmensausblick lässt auf eine vierprozentige Adjustierung der Markterwartungen schließen. JPMorgan-Experte Chetan Udeshi bleibt gegenüber den neuen Zielvorgaben skeptisch und stuft sie als zu optimistisch ein.

Zudem ist Brenntag mit einem unerwartet starken Gewinneinbruch ins Jahr 2024 gestartet, was bei Unternehmenschef Christian Kohlpaintner für Unzufriedenheit sorgt und ein entsprechendes Echo auf der Investorenseite hervorruft. Noch im März hatte sich der Aktienkurs den Spitzenwerten aus dem Jahr 2021 angenähert, doch die zurückhaltende Prognose für das laufende Geschäftsjahr sowie ausbleibende Aktienrückkäufe setzten der Aktienentwicklung zusehends zu. Seit dem Jahresbeginn musste Brenntag damit nahezu 15 Prozent Kursverlust hinnehmen und gehört somit zu den schwächsten Performern im Dax.