13. April, 2024

Politik

Energielähmung in der Ukraine: Russische Luftangriffe treffen Versorgungsnetze

Energielähmung in der Ukraine: Russische Luftangriffe treffen Versorgungsnetze

Die Ukraine steht erneut vor erheblichen Herausforderungen: Eine Welle schwerer russischer Luftangriffe hat die Energieinfrastruktur des Landes erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Nachdem landesweit der Luftalarm ausgelöst wurde, berichtete der staatliche Energieversorger Ukrenerho von massiven Beschädigungen an Wasser- und Wärmekraftwerken, insbesondere im westlichen und zentralen Teil der Ukraine.

Die ukrainische Luftabwehr konnte zwar einen Großteil der Angriffswelle, bestehend aus Drohnen, Raketen und Marschflugkörpern, abwehren – 84 von 99 Zielen wurden nach offiziellen Angaben zerstört – doch die Folgen der Attacken bleiben spürbar. In den Gebieten Iwano-Frankiwsk und Chmelnyzkyj wurden Explosionen verzeichnet und insbesondere Anlagen der Stromerzeugung getroffen. In der Region Dnipropetrowsk zählen ebenfalls betroffenen Orte.

Das ukrainische Energieministerium konstatiert, dass Einsatzkräfte bemüht sind, die erheblichen Schäden zu beheben. In dem schwelenden Konflikt, der bereits über zwei Jahre andauert, zielt Russland mit verstärkten Schlägen auf die Energieversorgung, um neben physischen auch psychische Auswirkungen auf die Bevölkerung zu erzeugen. Ukrenerho hat in Anbetracht der Lage planmäßige Stromabschaltungen angekündigt, vor allem im Gebiet Charkiw. Die Versorgungssicherheit ist auch in den Gebieten Odessa und Chmelnyzkyj bedroht. Als Reaktion auf die jüngsten Angriffe wurden über Polen auch Kampfjets der polnischen Streitkräfte und ihrer Verbündeten aktiviert, eine Maßnahme, die schon bei vorherigen schweren Luftschlägen Anwendung fand.

Bridget Brink, die US-Botschafterin, verurteilte in einer deutlichen Botschaft auf dem Nachrichtendienst X die 'barbarischen Anstrengungen Russlands', der Bevölkerung der Ukraine vorsätzlich den Strom zu entziehen. Die Ukraine ist derzeit auf die Energieimporte aus fünf westlichen Nachbarländern angewiesen, um den Ausfall heimischer Produktionskapazitäten auszugleichen.