19. April, 2024

Wirtschaft

EM-Einfluss auf Wirtschaft verpufft: Konjunkturschub bleibt aus

EM-Einfluss auf Wirtschaft verpufft: Konjunkturschub bleibt aus

Die Wirtschaftsexperten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) dämpfen Erwartungen an eine konjunkturbelebende Wirkung der anstehenden Fußball-Europameisterschaft auf die deutsche Wirtschaft. Trotz der landesweiten Begeisterung prognostizieren die Analysten, dass die durch das Sportevent erzeugten Konsumausgaben lediglich zu einer Umverteilung innerhalb des bestehenden Ausgabeverhaltens führen werden, nicht aber zu einem signifikanten Anstieg. Diese Erkenntnis stützt sich auf Beobachtungen aus vorangegangenen Großereignissen, wie etwa der Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Anschaffungen, wie die eines neuen Fernsehers, könnten zwar kurzfristig ansteigen, jedoch mit gleichzeitigen Einsparungen in anderen Bereichen einhergehen.

Die Hoffnung auf einen Wirtschaftsschub durch anreisende Fußballfans aus anderen Ländern wird ebenfalls gedämpft. Laut den Einschätzungen des IW könnten diese lediglich zu einer Verdrängung der regulären Touristenströme führen. Michael Grömling, Ökonom des IW, weist darauf hin, dass die Kapazitäten in der Hotellerie begrenzt sind und somit eine Doppelbelegung nicht möglich sei. Darüber hinaus werden keine kurzfristigen Infrastrukturinvestitionen erwartet, da die TV-Rechteeinnahmen direkt an die UEFA mit Sitz in der Schweiz fließen.

Trotz der nüchternen Aussichten auf materielle Gewinne hebt Grömling hervor, dass der immaterielle Wert eines solchen sportlichen Großereignisses nicht außer Acht gelassen werden sollte. Eine aufgehobene Stimmung und die Chance, das internationale Ansehen des Gastgeberlandes zu verbessern, seien durchaus positiv zu bewertende Aspekte, die durch die Fußball-Europameisterschaft entstehen.