28. Februar, 2024

Politik

Eltern hegen Bedenken gegenüber Cannabis-Legalisierung

Eltern hegen Bedenken gegenüber Cannabis-Legalisierung

Die anstehende Freigabe von Cannabis in Deutschland ruft bei Eltern Sorge hervor, insbesondere in Bezug auf die Jugend. Laut einer aktuellen Studie, die Forsa im Namen der Kaufmännischen Krankenkasse durchgeführt hat, befürchten 63 Prozent der Eltern mit Kindern unter 18 Jahren, dass eine Legalisierung von Cannabis für Erwachsene die Hemmschwelle für den Konsum bei Jugendlichen senken könnte. Die Forsa-Ergebnisse, welche in Hannover vorgestellt wurden, offenbaren zudem, dass 73 Prozent der Befragten potentielle Hirnschäden bei ihren Kindern befürchten, während 70 Prozent sich um psychische Störungen wie Stimmungsschwankungen oder Angstzustände sorgen.

Die besagten Bedenken erhalten Beistand vom Hirnforscher Martin Korte der Technischen Universität Braunschweig. Er empfiehlt, den legalen Erwerb von Cannabis nicht vor dem 25. Lebensjahr zu gestatten und begründet dies mit der Entwicklung des Frontalhirns, die erst Mitte 20 abgeschlossen sei. Korte warnt, dass der Konsum von Cannabinoiden insbesondere auf den Stirnlappen einwirke, was zu einer eingeschränkten Fähigkeit führen könne, Handlungen zu planen und Probleme zu lösen. Des Weiteren seien die Jugendlichen Risiken wie Halluzinationen und psychotischen Symptomen ausgesetzt.

Die Bestimmungen zur Cannabis-Freigabe sollen ab 1. April Erwachsenen ab 18 Jahren den Besitz bestimmter Mengen erlauben; auch der Anbau von Cannabis soll demgemäß reguliert werden. Ab dem 1. Juli ist zudem die Etablierung von Anbau-Clubs geplant. Für die Untersuchung befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Januar dieses Jahres 1000 Eltern online und repräsentativ. Die KKH, welche zu den größten Krankenkassen bundesweit zählt, betreut rund 1,6 Millionen Versicherte.