Eine jüngst durchgeführte Analyse des renommierten Kfz-Versicherers HUK Coburg gewährt neue Einblicke in das Profil der typischen Elektroautofahrer in Deutschland. Der Bericht zeigt auf, dass ein bemerkenswerter Anteil von 81 Prozent der privat zugelassenen Elektrofahrzeuge im Besitz von Immobilieneigentümern ist. Diese Erkenntnis steht im Einklang mit der Bedeutung der Ladeinfrastruktur: Menschen, die ein Eigenheim mit Garage oder Carport besitzen, entscheiden sich wesentlich häufiger für den Umstieg auf ein Elektrofahrzeug als diejenigen, die auf öffentliche Parkmöglichkeiten angewiesen sind. Dieser Trend ist besonders relevant, da die Frage der Verfügbarkeit von Lademöglichkeiten eine zentrale Hürde für viele potenzielle Elektroautokäufer darstellt.
Die umfassende Studie, die in den großen Metropolen Deutschlands durchgeführt wurde, weist auf eine interessante Diskrepanz hin: Trotz der Tatsache, dass 59 Prozent der Stadtbewohner Elektroautos positiv gegenüberstehen, beträgt die Umstiegsquote in den 15 größten Städten des Landes lediglich 4,6 Prozent. Dieser Wert liegt unter dem bundesweiten Durchschnitt von 5,5 Prozent. Auffallend ist, dass insbesondere die ländlichen Regionen und der Landkreis Starnberg in der Nähe von München die Liste der Elektroautoumsteiger anführen. Dies könnte damit zusammenhängen, dass ländlichere Gebiete oft mehr Platz für individuelle Ladelösungen bieten.
In der regionalen Betrachtung dominieren bayerische Gemeinden die Top 15 der höchsten Umsteigerquoten deutlich, während andere Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen nur vereinzelt in der Rangfolge erscheinen. Trotz des offenkundigen Einflusses von Wohnsituation und Ladeinfrastruktur sieht die HUK Coburg in ihrem Report keinen direkten Zusammenhang zwischen Einkommen und der Nutzung von Elektroautos. Allerdings stellt die Studie fest, dass einkommensstärkere Haushalte tendenziell eher in der Lage sind, Eigenheime zu erwerben, was wiederum den Besitz von Elektrofahrzeugen erleichtert. Dies unterstreicht die Bedeutung sozioökonomischer Faktoren bei der Verbreitung neuer Mobilitätstechnologien.
Obwohl der Markt für Elektrofahrzeuge bereits vor der angekündigten Einführung neuer staatlicher Förderungen für Einkommen unter 80.000 Euro Anzeichen eines Wachstums zeigte, erhofft man sich durch die Subventionen weitere positive Impulse. Im Jahr 2022 erreichte der Anteil an Batterieautos einen Wert von 5,5 Prozent und stieg im vierten Quartal auf beeindruckende 6,3 Prozent an, ein Rekordniveau, wie die HUK Coburg mitteilt. Diese Entwicklung verdeutlicht, dass die Akzeptanz und Verbreitung von Elektrofahrzeugen in der deutschen Gesellschaft weiter zunimmt.
In ihrer Funktion als Wegbereiterin der Elektrifizierung veröffentlicht die HUK Coburg regelmäßig das „E-Barometer“. Diese Publikation basiert auf exklusiven internen Daten und umfasst sowohl neue als auch gebrauchte Elektroautos. Gewerbefahrzeuge werden dabei jedoch nicht berücksichtigt. Mit rund 14 Millionen versicherten Fahrzeugen ist die HUK Coburg Marktführer im Kfz-Versicherungssektor in Deutschland und spielt eine bedeutende Rolle in der Entwicklung der Mobilität im Land.
- HUK Coburg