12. Februar, 2026

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Elektrofahrzeug-Förderung: Weiterer Informationsbedarf in der Bevölkerung festgestellt

In Deutschland zeigen jüngste Erhebungen, dass die neue Förderprämie für Elektrofahrzeuge trotz ihrer Einführung durch das Bundesumweltministerium noch nicht bei der gesamten Bevölkerung angekommen ist. Eine Online-Befragung, durchgeführt von YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur, veranschaulicht dieses Informationsdefizit: 34 Prozent der Befragten sind nicht über die neue Prämie informiert. Die Befragung fand zwischen dem 6. und 9. Februar statt und umfasste eine repräsentative Stichprobe von 2.100 Personen.

Unter denjenigen, die von der neuen Fördermöglichkeit Kenntnis haben, fühlt sich ein beträchtlicher Anteil von 42 Prozent nicht ausreichend aufgeklärt. Nur etwa ein Drittel der Befragten gibt an, über ein gewisses Maß an Wissen zu verfügen, während sich lediglich 6 Prozent als gut informiert einschätzen. Diese Zahlen verdeutlichen den Bedarf an verstärkter Informationsarbeit seitens der Regierung und der Automobilbranche.

In der Einschätzung der Prämie herrscht Uneinigkeit: 20 Prozent der Teilnehmer bewerten sie als schlecht, während ein Viertel sie als mittelmäßig ansieht. Auf der anderen Seite wird die Prämie von 30 Prozent positiv bewertet, und 10 Prozent der Befragten halten sie für sehr gut. Jedoch beeinflusst die Prämie die Kauf- oder Leaseentscheidungen von Elektrofahrzeugen für über die Hälfte der Befragten nicht, was möglicherweise auf bestehende Unsicherheiten und Informationslücken zurückzuführen ist.

Die Förderung, die vor etwa einem Monat angestoßen wurde, zielt auf Privatkunden ab, die Elektrofahrzeuge, Plug-in-Hybride oder Elektroautos mit einem Range Extender erwerben möchten. Je nach Fahrzeugtyp und persönlicher Situation variieren die Fördersummen zwischen 1.500 und 6.000 Euro. Diese Unterstützung ist jedoch an bestimmte Einkommensobergrenzen gekoppelt, was ihre Wirkung auf breite Bevölkerungsschichten einschränken könnte.

Carsten Schneider, Bundesumweltminister und Mitglied der SPD, hat prognostiziert, dass die Prämie sowohl der deutschen als auch der europäischen Automobilindustrie einen signifikanten Impuls geben wird. Bereits heute zeigen die Zulassungszahlen die Vorherrschaft deutscher Hersteller, wobei Modelle wie der VW ID.7 und ID.3 an der Spitze stehen. Die Plattformen Meinauto.de und Carwow haben einen Anstieg des Verbraucherinteresses gemeldet, was auch vom Präsidenten des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe, Thomas Peckruhn, bestätigt wird.

Dennoch gibt es kritische Stimmen: Der Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer beschreibt die Prämie als ein unnötiges, steuerfinanziertes Förderprogramm. Er argumentiert, dass bereits vorhandene Rabatte den Absatz von Elektrofahrzeugen fördern und somit zusätzliche staatliche Anreize überflüssig machen könnten.

Abschließend bleibt abzuwarten, wie sich die Informationskampagnen zur Prämie entwickeln werden und ob die gewünschte Marktdynamik erreicht werden kann, um Deutschland auf dem Weg zu nachhaltiger Mobilität weiter voranzubringen.