29. Februar, 2024

Wirtschaft

Eisenbahnzwang: Deutsche Bahn strebt Sparmaßnahmen an

Eisenbahnzwang: Deutsche Bahn strebt Sparmaßnahmen an

Eine Verschiebung in den Bundeszuweisungen führt beim Schienenriesen Deutsche Bahn zu Kostendruck. Konfrontiert mit weniger finanziellen Mitteln als erwartet, lotet der Vorstand Einsparpotenziale aus, wobei auch künftige Investitionen in neue ICE-Züge auf dem Prüfstand stehen könnten. Laut Martin Burkert, Vizevorsitzender des Bahn-Aufsichtsrates und zugleich Spitzenvertreter der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft, könnte dies die ICE-Orders betreffen. Eine Liste der möglichen Einsparungen wird für das Ende März erwartete Treffen des Aufsichtsrates erstellt.

Mit einer Erneuerungswelle der ICE-Flotte durch die Baureihen ICE 4 und ICE 3neo nahm das Unternehmen in den letzten Monaten wichtige Modernisierungsschritte vor. Die initiierte Verjüngungskur zielt darauf ab, das Durchschnittsalter von 18 auf 12 Jahre bis 2030 zu reduzieren und durch geringere Anfälligkeit für Störungen die Pünktlichkeit zu erhöhen.

Die Vision der Bahn ist ambitioniert: Mehr als 450 Hochgeschwindigkeitszüge sollen bis zum Ende des Jahrzehnts das Schienennetz bevölkern, was eine erhebliche Steigerung zum aktuellen Bestand bedeutete. Weiterführend ist ein technologisches Upgrade in Planung – ein Geschwindigkeitspionier von 280 bis 300 km/h, der ohne Höhenunterschied zu Bahnsteigen ein barrierefreies Einsteigen ermöglichen soll.

Jedoch wurde das finanzielle Fundament ins Wanken gebracht. Ein Richterspruch des Bundesverfassungsgerichts zwingt die Regierung zum Stopfen von Budgetlücken im Haushalt 2024 und im Klima- und Transformationsfonds. Ursprünglich waren der Bahn bis zu 45 Milliarden Euro in Aussicht gestellt, um die Infrastruktur zu stärken. Doch nun ist ein beträchtlicher Teil dieser Summe unsicher.