13. April, 2024

Wirtschaft

Einkommensgefälle zwischen Ost- und Westdeutschland weiterhin Deutlich

Einkommensgefälle zwischen Ost- und Westdeutschland weiterhin Deutlich

Über drei Jahrzehnte nach dem historischen Moment der deutschen Wiedervereinigung bleiben die Gehaltsunterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland bemerkenswert stabil und weit. Laut den aktuellen Statistiken, die von Sören Pellmann, Fraktionsvorsitzendem der Linken im Bundestag, eingeholt wurden, besteht nach wie vor eine erhebliche Lohndiskrepanz. Im Jahr 2023 betrug die Differenz im Bruttomonatsverdienst der vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmer 824 Euro – eine marginale Verbesserung gegenüber dem Vorjahresunterschied von 842 Euro.

Bundesweit beläuft sich der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst ohne Sonderzahlungen auf 4468 Euro. In den alten Bundesländern liegt dieser Durchschnitt bei 4578 Euro, während die neuen Länder mit 3754 Euro nachhinken. Spitzenreiter unter den Bundesländern ist Hamburg mit einem Durchschnittsgehalt von 4970 Euro, das Schlusslicht bildet Sachsen-Anhalt mit 3688 Euro. Ostgehälter erreichen somit lediglich 82 Prozent der westlichen Vergleichswerte. Pellmann unterstrich, dass die Lohnlücke in den letzten zehn Jahren konstant über 800 Euro lag.

Die Linke vertritt die Auffassung, dass die Schaffung gleichwertiger Lebensbedingungen zwischen den Ost- und Westbundesländern ein Grundsatz des Grundgesetzes sei, dem die Realität jedoch noch nicht gerecht werde. Die vorherrschende Niedriglohnproblematik in den neuen Ländern führe langfristig in eine Altersarmut. Laut Pellmann ist der Osten es leid, weniger zu verdienen. Er betont die Bedeutung gewerkschaftlicher Organisation und nachdrücklicher Forderungen nach Arbeitnehmerrechten als Mittel auf dem Weg zur versprochenen Lohneinheit, welche bisher nur in Aussicht gestellt, aber nicht umgesetzt wurde.